Solargesetz, Betreiber

Solargesetz: Betreiber ohne Smart Meter verlieren 40 Prozent

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Vorgaben für Photovoltaik-Betreiber: Ohne Smart Meter drohen Leistungskürzungen und Vergütungsausfälle bei Negativpreisen.

Solaranlagen: Neue Pflichten und Smart Meter Regeln ab 2026
Solargesetz - Ein moderner Zweirichtungszähler mit digitaler Anzeige, der Energieflussdaten darstellt, mit einer Solaranlage im Hintergrund. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wer keinen Smart Meter installiert, muss mit herben Einbußen rechnen.

Leistungsbegrenzung ohne Smart Meter

Betreiber von Neuanlagen über 30 kWp spüren die neuen Regeln direkt. Fehlt ein intelligentes Messsystem, wird die Einspeiseleistung pauschal auf 60 Prozent gedrosselt. Die Folge: Die Neuanmeldungen in diesem Segment brachen nach Inkrafttreten der Regelung im Februar um mehr als 50 Prozent ein.

Noch härter trifft es Anlagenbetreiber bei negativen Börsenstrompreisen. Dann streicht der Gesetzgeber die Einspeisevergütung komplett. Kein theoretisches Szenario: 2025 erreichte die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen mit 575 einen Rekordwert.

Die Lösung vieler Betreiber: Batteriespeicher. Sie verschieben die Einspeisung zeitlich und sichern so die Wirtschaftlichkeit. Aktuell sind bereits 80 Prozent der neuen Aufdachanlagen mit einem Speichersystem ausgestattet.

Technische Hürden und Kosten

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Flankiert werden die gesetzlichen Vorgaben von der neuen VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4100:2026-04. Sie regelt Planung, Errichtung und Betrieb von Kundenanlagen am Niederspannungsnetz – und betrifft nicht nur Solaranlagen, sondern auch Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen und Speicher. Bestehende, störungsfrei laufende Anlagen müssen laut den technischen Regelwerken nicht nachgerüstet werden.

Doch die Umstellung auf Smart Meter kostet. Die Stadtwerke Bühl veranschlagen für einen intelligenten Stromzähler ohne Installation rund 350 Euro. Und selbst dann läuft nicht immer alles rund: Westfalen Weser Netz räumte Fehler bei der Einrichtung von Zählern ein. Die Folge: monatelange Verzögerungen bei Auszahlungen für betroffene Kunden.

Rekordproduktion trotz Dämpfer

Die verschärften Regeln zeigen Wirkung – aber sie bremsen den Boom nicht vollständig. Im ersten Halbjahr produzierte Deutschland mit 43,2 TWh so viel Solarstrom wie nie zuvor, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zubau verlor allerdings an Tempo: Mit 7.409,5 MW installierter Leistung lag er 5,4 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

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Bereits 80 Prozent der neuen Aufdachanlagen setzen auf Batteriespeicher – der Schlüssel, um Negativpreise zu umgehen und die Einspeisevergütung zu maximieren. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie Ihren Speicher Schritt für Schritt nachrüsten und welche Kosten auf Sie zukommen. Speicher-Leitfaden jetzt sichern

Die Politik arbeitet bereits an einer weiteren EEG-Novelle. Eine Kabinettsentscheidung wird bis zum Jahresende erwartet. Branchenanalysten sehen derweil den Netzausbau weiterhin als kritischen Engpass.

Erste Kommunen reagieren auf die gestiegenen Hürden: Mainz bietet einkommensschwachen Haushalten gezielte Zuschüsse für Balkonkraftwerke – vorausgesetzt, die Anlagen sind ordnungsgemäß im Marktstammdatenregister registriert.

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