DGB, Teilzeit-Krankschreibungen

DGB nennt Teilzeit-Krankschreibungen «absurd»

31.10.2024 - 04:15:35

Sollte auch in Zeiten des digitalen Arbeitens mehr FlexibilitÀt möglich sein, wenn BeschÀftigte sich krankmelden? Von den Gewerkschaften kommt eine Warnung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt Überlegungen zu «Teilzeit-Krankschreibungen» fĂŒr einige Stunden am Tag ab. Die Idee sei «schlicht absurd», sagte Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur. «Wer krank und arbeitsunfĂ€hig ist, soll sich vollstĂ€ndig auskurieren. Ansonsten steigt das Risiko, lĂ€nger und ernsthafter zu erkranken.» Schon heute gingen viel zu viele krank zur Arbeit oder arbeiteten krank im Homeoffice. «Sie gefĂ€hrden damit sich und andere und setzen auf Dauer ihre Gesundheit und ErwerbsfĂ€higkeit aufs Spiel.»

ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt hatte sich angesichts des Wandels der Arbeitswelt und der Digitalisierung offen fĂŒr «eine praktikable Form von Teilzeit-Krankschreibung fĂŒr einige Stunden tĂ€glich» gezeigt. Dies könnte den neuen Möglichkeiten Rechnung tragen und fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t sorgen, sagte der Chef der BundesĂ€rztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. So solle etwa bei Bagatellinfekten der direkte Kontakt mit Kollegen im BĂŒro vermieden werden. «In solchen FĂ€llen bietet das Arbeiten im Homeoffice aber unter UmstĂ€nden die Möglichkeit, im begrenzten Umfang berufliche Aufgaben wahrzunehmen und sich dennoch zu erholen.»

Belegschaften mit lÀngeren Krankheitszeiten 

DGB-Vorstand Piel mahnte, auch der demografische Faktor mĂŒsse bedacht sein. «Älter werdende Belegschaften mit mehr BeschĂ€ftigten, die spĂ€ter in Rente gehen, haben im Vergleich zu jĂŒngeren Belegschaften absehbar lĂ€ngere Krankheitszeiten.» Die richtige Antwort darauf seien mehr betriebliche Gesundheitsvorsorge, altersgerechte ArbeitsplĂ€tze und gute Reha-Maßnahmen, damit Krankheiten sich nicht weiter verschlechterten oder gar chronisch wĂŒrden. «Kluge Arbeitgeber haben das lĂ€ngst begriffen und die Weichen dafĂŒr gestellt.»

@ dpa.de