EU und USA legen Handelsstreit nicht bei
20.10.2023 - 18:21:13Die EU und die USA sind mit dem Versuch gescheitert, wichtige Handelskonflikte zu einem Gipfeltreffen am Freitag beizulegen. Nach Angaben von Diplomaten konnten sich beide Seiten nicht darauf verstĂ€ndigen, wie Wettbewerbsnachteile fĂŒr europĂ€ische Stahl- und Aluminiumexporteure auf dem US-Markt langfristig beseitigt werden könnten.
Zudem gab es keine Einigung auf ein geplantes Abkommen ĂŒber Handelserleichterungen fĂŒr Mineralien zur Herstellung von Fahrzeugbatterien. Dieses soll sicherstellen, dass EU-Unternehmen nicht wegen eines neuen US-Subventionsprogramms aus Autozulieferketten ausgeschlossen werden.
Diese Gefahr besteht derzeit, weil neue SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr saubere Fahrzeuge in den USA vorsehen, dass die Subventionen nur unter bestimmten Bedingungen in vollem Umfang in Anspruch genommen werden können. Eine lautet, dass die Batterien der Fahrzeuge mit Mineralien aus Nordamerika produziert wurden oder diese aus einem Land kommen, mit dem die USA ein Freihandelsabkommen oder ein Abkommen ĂŒber wichtige Mineralien abgeschlossen haben.
Bis 2024 soll eine Lösung gefunden werden
In dem anderen Streit geht es um 2018 vom damaligen US-PrĂ€sidenten Donald Trump eingefĂŒhrte Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Ihre Wirkung wurde 2021 durch einen vorlĂ€ufigen Deal zwischen BrĂŒssel und Washington stark eingeschrĂ€nkt. Dieser sieht allerdings auch vor, dass bis 2024 eine langfristige Lösung gefunden werden soll.
Als Grund fĂŒr das Scheitern der Verhandlungen vor dem Spitzentreffen zwischen US-PrĂ€sident Joe Biden, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident Charles Michel am Freitagabend (MESZ) im WeiĂen Haus wurde von BrĂŒsseler Seite ein unzureichendes Entgegenkommen der USA genannt. FĂŒr den Streit ĂŒber die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte wollten die USA demnach nur Lösungen akzeptieren, die nicht im Einklang mit Regeln der Welthandelsorganisation WTO stehen. In den Verhandlungen ĂŒber das Abkommen ĂŒber wichtige Mineralien soll Washington zudem unter anderem darauf bestanden haben, dass zunĂ€chst nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Rohstoffen einbezogen wird.
Beide Seiten wollen sich nach Angaben der Diplomaten ein wenig mehr Zeit geben, um Kompromisse zu finden. Sollte dies nicht gelingen, könnten 2024 wieder auf alle europĂ€ischen Stahl- und Aluminiumexporte in die USA Sonderzölle fĂ€llig werden. Die EU dĂŒrfte dann wieder ihre Sonderzölle auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-MotorrĂ€der und Jeans einfĂŒhren. Diese waren als VergeltungsmaĂnahme fĂŒr die von Trump eingefĂŒhrten Stahl- und Aluminiumzölle erlassen worden.


