Sparda-Banken, Tarifvertrag

Sparda-Banken: Tarifvertrag mit 2,75% Erhöhung ab Juli 2026

22.06.2026 - 19:03:30 | boerse-global.de

Sparda-Banken bieten Gehaltssteigerungen von bis zu 2,75 Prozent, lehnen aber kürzere Arbeitszeiten ab. Verdi erhält Verhandlungsbasis.

Sparda-Banken legen Tarifangebot ohne Arbeitszeitverkürzung vor
Sparda-Banken - Zwei Hände im Anzug schütteln sich über einem Verhandlungstisch, ein Vertrag im Hintergrund. Symbolisiert Tarifverhandlungen im Bankensektor. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft ver.di bekommt damit eine Basis für weitere Verhandlungen – allerdings ohne Zugeständnisse bei der Arbeitszeit.

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Gestaffelte Erhöhungen, keine kürzeren Arbeitszeiten

Das Angebot sieht eine Laufzeit bis zum 31. März 2028 vor. Die Gehälter sollen zum 1. Juli 2026 um 2,75 Prozent steigen, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent. Für das zweite Quartal 2026 ist eine Einmalzahlung von 250 Euro vorgesehen.

Auch bei der Ausbildung gibt es Bewegung: Die Vergütung für Nachwuchskräfte soll um 100 Euro pro Monat steigen. Zudem plant der Verband die Einführung eines vierten Ausbildungsjahres.

Verhandlungsführer Martin Buch machte jedoch klar: Eine Verkürzung der Arbeitszeit komme nicht in Frage. „Das ist nicht Gegenstand einer Einigung", sagte er bei der Vorstellung des Angebots.

Brasilianische Kollegen fordern mehr

Während in Deutschland verhandelt wird, formulierten Bankangestellte in Brasilien am 21. Juni ihre eigenen Forderungen. Sie verlangen eine Reallohnsteigerung von fünf Prozent sowie eine höhere Gewinnbeteiligung.

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Der Hintergrund: Eine Konsultation zwischen April und Mai 2026 ergab, dass über 70 Prozent der Befragten unter negativen Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit leiden. Seit 2020 sind in der brasilianischen Branche rund 31.300 Arbeitsplätze weggefallen. Die Forderungen sollen am 24. Juni an den Bankenverband Fenaban übergeben werden.

Branche im Wandel

Die Tarifbewegungen fallen in eine Zeit wirtschaftlicher Veränderungen. Die VR Verbundbank schüttet nach ihrer Fusion für 2025 eine Dividende von vier Prozent aus. Das betreute Kundenvolumen stieg um 3,3 Prozent auf rund 5,36 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Institut eine Verbesserung der Aufwands-Ertrags-Relation auf 55 Prozent an.

Bei der Privatbank Berenberg kommt es derweil zu einem personellen Umbruch. Die Finanzaufsicht BaFin entband am 19. Juni die Vorstandsmitglieder Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn von ihren Aufgaben. Grund sind mögliche Verstöße gegen die Corporate Governance und Unregelmäßigkeiten im Eigenbestand, die bei der Jahresabschlussprüfung 2025 auffielen. Zwei Sonderbeauftragte haben die Leitung übernommen. Für das erste Halbjahr 2026 erwartet das Institut trotzdem einen Überschuss von rund 40 Millionen Euro.

EZB-Zins entscheidet mit

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bleibt ein bestimmender Faktor. Nach der Leitzinserhöhung auf 2,25 Prozent am 11. Juni passen zahlreiche Institute ihre Konditionen an – sowohl bei Tagesgeld als auch bei Baufinanzierungen. Der Wettbewerb um Kundeneinlagen und Immobilienkredite bleibt damit intensiv.

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