Sparda-Banken: Tarifvertrag mit 6% Lohnplus für 5.300 Beschäftigte
01.07.2026 - 20:33:31 | boerse-global.de
Rund 5.300 Beschäftigte der zehn betroffenen Banken profitieren von deutlichen Lohnsteigerungen und modernisierten Arbeitsbedingungen.
Stufenweise Erhöhung um sechs Prozent
Die Tabellenvergütung steigt in zwei Schritten. Rückwirkend zum 1. April 2026 gibt es 3,3 Prozent mehr Geld. Ein Jahr später folgen weitere 3,1 Prozent. Der Vertrag läuft bis zum 31. März 2028.
Stefan Wittmann (Verdi) und Martin Buch (Arbeitgeber) bestätigten den Abschluss nach Warnstreiks. Die Einigung umfasst auch eine Modernisierung des Manteltarifvertrags mit neuen sozialen Komponenten.
Extra-Freizeit und mehr Geld für Azubis
Beschäftigte können künftig bis zu zwei Tage pro Jahr für Gesundheitsvorsorge oder Ehrenamt nutzen. Die Arbeitgeber stellen diese Tage zusätzlich zur Verfügung.
Besonders profitieren die Auszubildenden: Ihre Vergütung steigt um monatlich 100 Euro. Dazu gibt es ein Deutschlandticket. Eine neue Entgeltgruppe wurde für Azubis im vierten Lehrjahr eingeführt.
Schweizer Banken ziehen nach
Parallel dazu einigten sich Schweizer Finanzinstitute auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Ab Januar 2027 steigt der Mindestlohn für Mitarbeiter mit Berufsausbildung von 58.000 auf 60.000 Franken.
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Die Elternzeit wird ausgeweitet: Mütter erhalten ab dem dritten Dienstjahr 18 statt 16 Wochen. Der Adoptionsurlaub verdoppelt sich auf vier Wochen. Lernende bis 25 bekommen sechs statt fünf Wochen Ferien.
Ein Novum: Die Arbeitnehmervertretungen erhalten ein Mitwirkungsrecht beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Zudem sind verbindliche Befragungen zum Gesundheitsschutz und strengere Sanktionen bei der Arbeitszeiterfassung vorgesehen.
Spannungen in der Automobilindustrie
Während die Banken sich einigen, kriselt es anderswo. Bei Mercedes-Benz ruft die IG Metall für den 3. Juli zu Protesten in Sindelfingen und Untertürkheim auf. Der Autobauer fährt einen Sparkurs – der Gewinn brach 2025 von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro ein. Im ersten Quartal 2026 sank das Ergebnis um 17,2 Prozent.
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Der Vorstand verschob eine tarifliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts auf das nächste Jahr. Ursprünglich war die Auszahlung für Juli geplant.
Einzelhandel und EZB im Blick
Auch im nordrhein-westfälischen Einzelhandel bleibt die Lage angespannt. Verdi lehnte ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber für rund 700.000 Beschäftigte ab.
Bei der Europäischen Zentralbank gibt es Überlegungen, die Mindestreserve für Banken zu verdoppeln. Das würde bedeuten: Finanzinstitute müssten mehr Kundeneinlagen unverzinst bei der EZB hinterlegen. Eine Entscheidung steht noch aus.
