LiquiditÀtsprobleme, Steuerberater

LiquiditĂ€tsprobleme als Steuerberater - Experte verrĂ€t 3 GrĂŒnde, die ausschlaggebend sind

12.08.2024 - 11:20:23

Speyer - Als Steuerberater ist es von großer Bedeutung, eine ausreichende LiquiditĂ€tsreserve zu haben. Sinnvoll sind mindestens drei Monate LiquiditĂ€t als Puffer, um unter anderem Betriebskosten, aber auch unerwartete Ausgaben und finanzielle EngpĂ€sse zu decken. Die aktuelle Marktlage zeigt allerdings, dass immer mehr Kanzleien Schwierigkeiten haben, ihre laufenden Kosten zu decken und gleichzeitig genĂŒgend Kapital fĂŒr Investitionen bereitzustellen.

Kostentreiber sind vor allem die GehĂ€lter, die in den letzten Jahren regelrecht explodiert sind, aber natĂŒrlich auch die allgemeine Preisentwicklung, die zu immer höheren Ausgaben fĂŒhrt. Fehlt es an LiquiditĂ€t, schaut der Kanzleiinhaber stĂ€ndig auf sein Konto. Schließlich ist er darauf angewiesen, dass bestimmte Zahlungen eingehen, um laufende Verbindlichkeiten zu decken - eine angespannte Situation fĂŒr alle in der Kanzlei. Nachfolgend erfahren Sie 3 GrĂŒnde, die ausschlaggebend fĂŒr LiquiditĂ€tsprobleme in Kanzleien sind.

1. Abrechnungsstau

LiquiditĂ€t setzt grundsĂ€tzlich erst einmal voraus, dass Zahlungen eingehen. Dazu mĂŒssen Leistungen zeitnah in Rechnung gestellt und vom Mandanten bezahlt werden. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch oftmals schwierig, da viele Kanzleien erst abrechnen, sobald eine Leistung vollstĂ€ndig erbracht wurde. Gerade bei komplexen Leistungen ist dies problematisch, da diese mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden sind und der Steuerberater nicht selten Feedback von Mandanten abwarten muss. Kommt dieses Feedback nicht, schieben viele Kanzleien die Fertigstellung der Leistung - und damit auch deren Fakturierung - auf, bis der Mandant sich von selbst meldet oder die Frist in bedrohliche NĂ€he rĂŒckt. Um das zu verhindern, bieten sich Abschlagsrechnungen an.

Es kann jedoch noch schlimmer kommen: Selbst wenn die Leistung vollstĂ€ndig erbracht ist, vergehen bis zur Fakturierung hĂ€ufig einige Wochen. Betroffene Kanzleileitungen geben in diesem Kontext in aller Regel an, dass sie zeitlich schlichtweg nicht dazu kĂ€men, sich um die Rechnungsschreibung zu kĂŒmmern. Die Kosten laufen aber unaufhörlich weiter. Wichtig ist deshalb, dass alle in der Kanzlei dafĂŒr sensibilisiert werden, dass AktivitĂ€ten, die Geld bringen, immer PrioritĂ€t genießen sollten. Dies gilt insbesondere fĂŒr die Rechnungsschreibung.

2. Schlechte Mandantenstruktur und niedrige Honorare

Rechnungen sind jedoch nur eine Seite der Medaille. Leidet ein Mandant selbst unter finanziellen EngpÀssen, ist bei ihm nicht nur wenig zu holen, sondern es erhöht sich auch das Risiko, dass er Rechnungen nicht oder nur stark verspÀtet bezahlt. Zudem setzen viele Steuerberater ihre Honorare zu niedrig an. Leistungen werden also hÀufig noch immer zu Preisen angeboten, die dem damit verbundenen Aufwand und vor allem dem Wert der erbrachten Leistung nicht gerecht werden.

Um diesen Missstand zu beseitigen, mĂŒssen Kanzleien drei Maßnahmen ergreifen: ZunĂ€chst sollten sie flĂ€chendeckend das SEPA-Lastschriftverfahren als Standard fĂŒr die Bezahlung einfĂŒhren. In Verbindung damit sollte auch die Mandantenstruktur aufgerĂ€umt werden: Insbesondere von Mandanten, die Rechnungen regelmĂ€ĂŸig erst nach mehrmaliger Aufforderung bezahlen, sollte man sich schnellstens trennen. Zuletzt sind auch Honorarerhöhungen durchaus angebracht, da angesichts der steigenden Personal- und Betriebskosten sonst immer weniger fĂŒr die Kanzlei und ihren Inhaber ĂŒbrig bleibt.

3. Private Verbindlichkeiten

Nicht zuletzt ist ĂŒberraschend oft der Inhaber selbst fĂŒr einen Teil der LiquiditĂ€tsprobleme seiner Kanzlei verantwortlich. In FĂ€llen, in denen die Kanzlei von einem anderen Steuerberater ĂŒbernommen wird, kommt es besonders hĂ€ufig vor, dass der neue EigentĂŒmer ein Darlehen aufnehmen muss. Als wĂŒrden die monatlichen Raten nicht ohnehin schon wichtige LiquiditĂ€t entziehen, wird hier hĂ€ufig aus einem falschen Ehrgeiz heraus viel zu schnell getilgt. In der Folge können sich viele Steuerberater dann sinnvolle Investitionen nicht leisten oder nehmen unlukrative AuftrĂ€ge an, weil die Bank im Nacken sitzt. Kommen dann noch weitere Ausgaben wie die Finanzierung privater Immobilien oder ein extravaganter Lebensstil hinzu, fehlen der Kanzlei schnell mehrere tausend Euro pro Monat.

Um das Risiko finanzieller Probleme durch Privatentnahmen zu minimieren, sollten Inhaber daher von vornherein ĂŒberlegen, welche Verbindlichkeiten sie ĂŒberhaupt eingehen. Muss beispielsweise fĂŒr die sofortige Übernahme der Kanzlei ein Darlehen aufgenommen werden, sollten weniger dringende Ausgaben lieber warten, bis LiquiditĂ€t und finanzielle StabilitĂ€t der Kanzlei dauerhaft gesichert sind. Zu diesem Zeitpunkt fĂ€llt es erheblich leichter, Geld auszuzahlen, ohne dass die Kanzlei finanziell in BedrĂ€ngnis gerĂ€t.

Über Michael Wohlfart:

Michael Wohlfart ist Kanzleiberater und - gemeinsam mit Bastian Schoder - einer der beiden GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Kanzleibooster GmbH. Die Experten unterstĂŒtzen zusammen mit ihrem Team Steuerberater dabei, ihre Kanzlei entspannter zu fĂŒhren, ohne hierfĂŒr mehr Personal einstellen zu mĂŒssen. So haben sie bereits ĂŒber 250 Kanzleien dabei geholfen, die Kanzleileitung deutlich zu entlasten, die ProduktivitĂ€t zu steigern und die Mandantenstruktur signifikant zu verbessern. Mehr Informationen dazu unter: https://kanzleibooster.de/

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