Sportgerichtshof, Schwangerschaft

Sportgerichtshof: Schwangerschaft darf kein Kündigungsgrund sein

25.06.2026 - 01:30:38 | boerse-global.de

CAS verurteilt Lazio Rom zu 69.333 Euro Entschädigung an Maja Göthberg wegen rechtswidriger Kündigung nach Schwangerschaft.

CAS-Urteil: Lazio Rom muss Schwangere Fußballerin entschädigen
Sportgerichtshof - Eine schwangere Fußballspielerin steht entschlossen in einem Stadion, im Hintergrund unscharf ein Vertrag oder Rechtsdokument. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

333 Euro an die schwedische Fußballspielerin Maja Göthberg verurteilt. Das Gericht wertete die Beendigung der Zusammenarbeit nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft als rechtswidrig.

Mündliche Zusage reicht für Arbeitsverhältnis

Hintergrund des Falls ist die Situation der heute 28-jährigen Göthberg im Sommer 2024. Die Spielerin war maßgeblich am Aufstieg von Lazio Rom in die Serie A beteiligt. Nach Ende der Saison 2023/24 einigte sie sich mündlich mit dem Verein auf einen neuen Vertrag. Göthberg hatte bereits einen Flug nach Rom gebucht, um die Unterschrift zu leisten.

Doch dann teilte sie dem Club ihre Schwangerschaft mit. Der Vertrag kam nicht zustande – zumindest aus Sicht von Lazio Rom. Der CAS folgte dieser Argumentation nicht. Das Gericht stellte fest, dass bereits ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis bestanden habe, auch ohne physische Unterschrift. Als Beweismittel dienten unter anderem ausgetauschte WhatsApp-Nachrichten.

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So setzt sich die Entschädigung zusammen

Die Summe von 69.333 Euro teilt sich in zwei Posten auf. Der Großteil entfällt mit rund 64.000 Euro auf den Restwert des vertraglich vereinbarten Gehalts samt Zinsen. Damit gleicht das Gericht den finanziellen Verlust aus, der Göthberg durch die Verweigerung des Arbeitsverhältnisses entstanden ist.

Zusätzlich sprach der CAS der Spielerin 5.333 Euro wegen der Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte zu. Lazio Rom hatte vertrauliche medizinische Informationen über die Schwangerschaft ohne Zustimmung an Mitspielerinnen weitergegeben. Das Gericht wertete dies als schwerwiegenden Verstoß gegen die Vertraulichkeit medizinischer Daten.

Präzedenzfall für den Profifußball

Die Spielergewerkschaft FIFPRO bezeichnete die Entscheidung als bahnbrechend. Das Urteil sende eine klare Botschaft an Vereine: Schwangerschaft darf nicht als Grund für den Entzug von Arbeitsmöglichkeiten missbraucht werden.

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Göthberg selbst erklärte, eine Schwangerschaft dürfe niemals als Problem oder Hindernis im Fußball angesehen werden. Lazio Rom nahm das Urteil zur Kenntnis und kündigte an, die internen Verfahren bei Vertragsverhandlungen und im Umgang mit medizinischen Informationen zu überprüfen. Experten werten das Verfahren als Meilenstein: Es stärkt die Rechtskraft mündlicher Vereinbarungen im Profisport und schützt gleichzeitig die Privatsphäre von Athletinnen.

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