Staatsinvestitionen: 147,5 Milliarden Euro Rekord durch Rüstung
29.06.2026 - 12:03:59 | boerse-global.de
Mit 147,5 Milliarden Euro erreichten die Bruttoinvestitionen den höchsten Zuwachs seit der Jahrtausendwende. Das teilte das Statistische Bundesamt heute mit.
Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 12,3 Prozent – plus 16,2 Milliarden Euro. Haupttreiber: die massiv gestiegenen Ausgaben für die Landesverteidigung.
Rüstung treibt das Wachstum
Der Boom konzentriert sich vor allem auf Ausrüstungsinvestitionen. Dazu zählen Waffensysteme, Panzer und militärische Technik. Hier legten die Ausgaben um satte 47,7 Prozent zu.
Ganz anders sieht es bei Bauinvestitionen aus: Sie wuchsen nur um magere 2,0 Prozent. Die staatlichen Bruttoinvestitionen machten 2025 einen Anteil von 6,5 Prozent an den gesamten Staatsausgaben aus.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einer Investitionsquote von 3,3 Prozent des BIP aber weiterhin hinterher. Der EU-Durchschnitt liegt bei 3,9 Prozent. Experten führen den aktuellen Schub vor allem auf das Sondervermögen für die Bundeswehr zurück – eine Folge des Ukraine-Krieges.
Rüstungsprojekte und Milliarden-Deals
Im Zuge der Modernisierung gab die Bundeswehr 2025 Mittel für 73 Großprojekte frei. Das Gesamtvolumen: über 33 Milliarden Euro. Schwerpunkte sind moderne Landsysteme wie der Leopard 2 A8, die Radhaubitze RCH 155 und das System Boxer Skyranger 30. Auch die Modernisierung des Schützenpanzers Puma läuft weiter.
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Doch nicht alle Projekte bleiben auf Kurs. Das Fregattenprojekt F126 wurde gestoppt – die Kosten waren von ursprünglich 9 Milliarden auf über 18 Milliarden Euro explodiert. Als Ersatz sind nun acht Fregatten des Typs MEKO A-200 geplant. Die ersten vier Einheiten kosten rund 6,3 Milliarden Euro, eine Option für vier weitere Schiffe liegt bei 5,3 Milliarden Euro.
Der Haushaltsausschuss stimmte zudem am vergangenen Samstag dem Einstieg des Bundes beim Rüstungskonzern KNDS zu. Über die KfW soll der Staat 40 Prozent der Anteile übernehmen – für bis zu 7,2 Milliarden Euro. Der Bund sichert sich dabei eine sogenannte Goldene Aktie.
Langfristige Ziele und internationale Kooperationen
Die Aufrüstung ist Teil einer langfristigen Strategie. Bis 2029 sollen die Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des BIP steigen. Dazu gehören auch internationale Kooperationen – etwa die Ausstattung der Eurodrohne mit Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd. Partner sind Boeing und Kawasaki.
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Auch im europäischen Ausland zeigt sich der Trend zur Beschleunigung von Rüstungsvorhaben. Die Schweiz zahlte Ende Juni fast 500 Millionen Franken vorzeitig an die USA – um die Auslieferung von F-35-Kampfjets abzusichern.
Derweil bereiten sich deutsche Einheiten durch Übungen mit dem Kampfpanzer Leopard 2 auf die geplante dauerhafte Verlegung an die NATO-Ostflanke vor. Die Verteidigungskapazitäten dort sollen gestärkt werden.
