IG Metall, Stahlindustrie

Stahlbranche: IG Metall fordert fĂŒnf Prozent mehr Lohn

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 21:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Gewerkschaft begrĂŒndet ihre Forderung mit steigenden Belastungen und ersten positiven Signalen bei den AuftragseingĂ€ngen. Der Arbeitgeberverband weist sie wegen der angespannten Wettbewerbs- und Kostensituation zurĂŒck.

Tarifstreit der StahlbeschÀftigten

  • Die zustĂ€ndige Tarifkommission der IG Metall beschloss fĂŒnf Prozent mehr Geld fĂŒr die nordwestdeutsche Stahlindustrie.
  • Der Tarifbereich umfasst Unternehmen in NRW, Niedersachsen, Bremen und Hessen sowie rund 60.000 BeschĂ€ftigte.
  • Der bisherige Vertrag lĂ€uft Ende 2026 aus und sah nach drei Nullmonaten 1,75 Prozent mehr Lohn vor.
Auch er soll mehr Geld bekommen: ein Stahlarbeiter an einem Hochofen von Thyssenkrupp Steel Europe. - Bild: Federico Gambarini/dpa

IG Metall fordert fĂŒnf Prozent mehr in der Stahlindustrie

Die IG Metall fordert fĂŒr die rund 60.000 BeschĂ€ftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie fĂŒnf Prozent mehr Geld. Die Tarifkommission fasste den Beschluss vor dem Ende des laufenden Tarifvertrags, wĂ€hrend die Arbeitgeber die Forderung zurĂŒckweisen.

Tarifvertrag lÀuft Ende des Jahres aus

Der Vertrag ist 15 Monate gĂŒltig und enthĂ€lt drei Nullmonate sowie anschließend einen Lohnaufschlag von 1,75 Prozent. Die Forderung betrifft Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen.

Zu den bekannten Unternehmen in diesem Tarifbereich zĂ€hlen die Duisburger Stahlsparte von Thyssenkrupp und Salzgitter. FĂŒr Stahlunternehmen im Saarland und in Ostdeutschland gelten andere TarifvertrĂ€ge.

Gewerkschaft sieht erste Erholungssignale

Die IG Metall verweist auf die anspruchsvolle wirtschaftliche Lage der Branche, sieht aber zugleich positive Entwicklungen bei den AuftragseingĂ€ngen. VerhandlungsfĂŒhrer Knut Giesler erklĂ€rte, die BeschĂ€ftigten hĂ€tten in den vergangenen Jahren hohe Belastungen getragen und mĂŒssten an einer wirtschaftlichen Erholung beteiligt werden.

Die Gewerkschaft verweist zudem auf weiterhin hohe Preise fĂŒr Energie, MobilitĂ€t und Lebensmittel. Sie erwartet ein Angebot, das der Leistung der BeschĂ€ftigten und den gestiegenen Belastungen Rechnung trĂ€gt.

Arbeitgeber warnen vor höheren Kosten

Der Arbeitgeberverband Stahl lehnt die Forderung kategorisch ab. Er begrĂŒndet dies mit der mangelnden preislichen WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen sowie hohen Energie-, Lohn- und Lohnzusatzkosten.

Nach Angaben des Verbandes liegen die Kosten im Schnitt 15 bis 20 Prozent ĂŒber dem europĂ€ischen Mittel. Eine deutliche Anhebung der Entgelte wĂŒrde diesen Nachteil verschĂ€rfen und die ZukunftsfĂ€higkeit von Tausenden ArbeitsplĂ€tzen gefĂ€hrden.

Die Forderung fĂ€llt in eine Phase, in der die deutsche Stahlindustrie zwischen Kostendruck und dem Umbau zu einer klimavertrĂ€glicheren Produktion steht. Hohe Energiepreise belasten die Herstellung, wĂ€hrend Unternehmen zugleich Milliarden in neue Verfahren, Anlagen und eine verĂ€nderte Infrastruktur investieren mĂŒssen.

FĂŒr die BeschĂ€ftigten verbindet sich die Tarifrunde deshalb mit zwei Entwicklungen: Die Branche muss wettbewerbsfĂ€higer werden, und die industrielle Transformation soll ArbeitsplĂ€tze und Standorte sichern. Die IG Metall leitet aus den positiven AuftragseingĂ€ngen und den Belastungen der vergangenen Jahre einen Anspruch auf höhere Einkommen ab. Die Arbeitgeber stellen dagegen die Kostenposition der Unternehmen und die KonkurrenzfĂ€higkeit in den Mittelpunkt.

Tarifrunde mit Signalwirkung

Betroffen sind rund 60.000 BeschĂ€ftigte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen. Die Verhandlungen werden damit nicht nur fĂŒr die individuelle Einkommensentwicklung relevant, sondern auch fĂŒr die Verteilung der Lasten des Strukturwandels. Ein höherer Tarifabschluss wĂŒrde die Personalkosten der Unternehmen erhöhen; ein deutlich niedrigeres Ergebnis könnte die Kaufkraft der BeschĂ€ftigten nur begrenzt stĂ€rken.

Die Verhandlungen dĂŒrften zudem im weiteren Verlauf an der Frage ausgerichtet werden, wie sich Lohnentwicklung, BeschĂ€ftigungssicherung und Investitionen miteinander verbinden lassen. Der auslaufende Vertrag hatte nach drei Nullmonaten eine Erhöhung von 1,75 Prozent vorgesehen. Die neue Forderung markiert daher einen deutlich höheren Anspruch der Gewerkschaft, wĂ€hrend die Arbeitgeber vor zusĂ€tzlichen Belastungen warnen.

Stern: „Stahlarbeiter: Gewerkschaft fordert fĂŒnf Prozent mehr Lohn in Stahlbranche“ (02.11.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt die Forderung der IG Metall fĂŒr die nordwestdeutsche Stahlindustrie und stellt damit den unmittelbaren Tarifkonflikt in den Mittelpunkt. Einen abweichenden Schwerpunkt setzt der Artikel nicht; zusĂ€tzliche belastbare Angaben zur Reaktion der Arbeitgeber enthĂ€lt die Meldung ebenfalls.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Die Berichterstattung bestĂ€tigt den Kern der Tarifforderung. Offen bleibt, wie die Arbeitgeber in den Verhandlungen auf die geforderten fĂŒnf Prozent reagieren und ob die Tarifparteien neben der Entgelthöhe auch BeschĂ€ftigungs- und Standortfragen verbinden werden.

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