Standort, Deutschland

Standort Deutschland: BDI fordert neue PrioritÀten

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Vor dem Hintergrund der Krisen- und Reformdebatte fordert die deutsche Industrie, Wachstum und WettbewerbsfÀhigkeit zur obersten PrioritÀt zu erklÀren.

Zudem sollten Deutschland und Europa die AbhĂ€ngigkeiten von China konsequenter zurĂŒckdrĂ€ngen, schreibt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einem Grundsatzpapier. Der BDI bekennt sich darin zum Umbau der Wirtschaft fĂŒr den Klimaschutz, fordert aber kurzfristige Hilfen.

Der BDI versteht das Papier "GrundsĂ€tze der Wirtschafts- und Handelspolitik" weniger als tagespolitische Forderung denn als gemeinsame Leitlinie der 38 MitgliedsverbĂ€nde mit rund 100.000 Einzelunternehmen. "Das ist eine Vergewisserung fĂŒr uns selber", sagte BDI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Tanja Gönner. Zugleich sei es eine Positionierung der deutschen Industrie fĂŒr die nĂ€chsten Jahre.

"Der Standort Deutschland steht unter massivem Druck", heißt es in dem Grundsatzpapier. "Es sind daher neue wirtschaftspolitische Weichenstellungen in vielen Feldern erforderlich." Eine konsequente Wachstums-, Wettbewerbs- und Ordnungspolitik sei "ebenso unverzichtbar wie eine gut austarierte Energie- und Klimapolitik, ein adĂ€quater außenwirtschaftlicher Rahmen und eine konsequente Digital- und Innovationspolitik".

Einige Forderungen aus dem 42-seitigen Papier:

* RĂŒckkehr zur Ausgabendisziplin der öffentlichen Hand und keine Aufweichung der Schuldenbremse im Grundgesetz

* Senkung der Kosten fĂŒr Arbeit und Energie sowie der steuerlichen Belastung

* vielfĂ€ltigere Bezugsquellen fĂŒr Rohstoffe und mehr Förder-, Verarbeitungs- und RecyclingkapazitĂ€t in Europa

* Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft kurzfristige Entlastungen und eine "Flexibilisierung der deutschen und europÀischen Klimaarchitektur".

* mehr digitale Rechenleistung in Deutschland und mehr Gewicht auf Entwicklung und MarkteinfĂŒhrung von KI-Technologie

* mehr Augenmerk auf Eigeninteressen im VerhÀltnis zu China: "Derisking bleibt der richtige Ansatz, muss aber deutlich stringenter umgesetzt werden", schreibt der BDI.

* Auch gegenĂŒber den USA bedĂŒrfe es einer "selbstbewussten, interessengeleiteten europĂ€ischen Positionierung".

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