Steinmeier wirbt in China fĂŒr StĂ€rkung der Weltordnung
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie internationale Ordnung sei angegriffen wie nie, sagte er in einer Rede an der Peking UniversitĂ€t. "Es droht Regellosigkeit. Darin sehe ich eine groĂe Gefahr fĂŒr uns alle."
Dies gelte nicht nur fĂŒr ein eher kleines Land wie die Bundesrepublik, sondern auch fĂŒr eine GroĂmacht wie China. Beide LĂ€nder lebten von ihrer groĂen ExportstĂ€rke. "Und wer auf den MĂ€rkten der Welt erfolgreich sein will, braucht ein MindestmaĂ an Berechenbarkeit und VerlĂ€sslichkeit. Und beides entsteht nur aus Regeln, die von allen respektiert werden", sagte Steinmeier.
Er sprach an der chinesischen EliteuniversitÀt, weil ihn diese mit einer Ehrenprofessur auszeichnete.
Warnung vor Ungleichgewicht in Wirtschaftsbeziehungen
Der BundesprĂ€sident forderte faire Wettbewerbsbedingungen im Handel zwischen China und Deutschland beziehungsweise Europa. China habe in den vergangenen Jahren versucht, gröĂtmögliche UnabhĂ€ngigkeit zu erreichen. Das sei nachvollziehbar. "Nur darf die gröĂere UnabhĂ€ngigkeit Chinas nicht spiegelbildlich die wachsende AbhĂ€ngigkeit und Verwundbarkeit anderer von China bedeuten", sagte Steinmeier.
Eine solche einseitige Verwundbarkeit könnten die EuropĂ€er fĂŒr ihre Wirtschaft nicht wollen - "so wie China es fĂŒr seine eigene Wirtschaft nicht will".
Appell zur Mithilfe fĂŒr Beendigung des Ukraine-Kriegs
Steinmeier appellierte an China, seiner Verantwortung als Weltmacht gerecht zu werden und daran mitzuwirken, dass der russische Angriffskrieg in der Ukraine endet. "China ist stÀndiges Mitglied des Sicherheitsrates und hat enge Beziehungen mit Russland. Lassen Sie uns also gemeinsam darauf hinwirken, dass Russland seine Angriffe einstellt und in ernsthafte Verhandlungen eintritt."
Die Menschen in der Ukraine sehnten sich nach einem Ende des Leids nach fast fĂŒnf Jahren Krieg, sagte Steinmeier. "Sie erwarten zu Recht, dass wir uns mit unseren unterschiedlichen Möglichkeiten gemeinsam fĂŒr ein Ende des Leids einsetzen."
Auch Aufgaben wie Klimaschutz oder KI gemeinsam lösen
Steinmeier rief auĂerdem dazu auf, die groĂen Herausforderungen der Weltgemeinschaft gemeinschaftlich zu lösen. Als Beispiele nannte er den Klima- und Umweltschutz sowie den Umgang mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI).
