Stellenabbau, Thermo

Stellenabbau bei Thermo Fisher: Rund 60 Jobs in Langenselbold bedroht

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr als 300 BeschÀftigte protestierten gegen rund 60 geplante Stellenstreichungen; die nÀchste Verhandlungsrunde steht kommende Woche an.
Industrielle Werksanlage bei DĂ€mmerung mit moderner Architektur aus Stahl und Glas ohne erkennbare Personen oder Schilder. Illustration mit AI erstellt.

Am Standort des US-Medizintechnikherstellers Thermo Fisher in Langenselbold regt sich erneut massiver Widerstand gegen die KĂŒrzungsplĂ€ne des Managements. Mehr als 300 BeschĂ€ftigte haben sich vor der Werkseinfahrt versammelt, um gegen den geplanten Abbau von ArbeitsplĂ€tzen zu protestieren. Dies geht aus Medienberichten vom 20. Oktober 2026 hervor.

Geplanter Abbau von rund 60 ArbeitsplÀtzen

Die Kundgebung, die um 13:30 Uhr vor den Werkstoren stattfand, richtete sich gegen die Absicht des Unternehmens, in Produktion und Verwaltung gut 60 der derzeit rund 600 Stellen abzubauen. Dieser Schritt folgt auf frĂŒhere PersonalkĂŒrzungen am Standort, bei denen bereits ĂŒber 100 ArbeitsplĂ€tze weggefallen waren.

Ein Alternativkonzept, das von der Belegschaftsseite ausgearbeitet und vorgelegt worden war, um die Stellen zu sichern, fand bei der UnternehmensfĂŒhrung zunĂ€chst keine Zustimmung. Wie berichtet wird, lehnte der Arbeitgeber diesen Vorschlag weitgehend ab.

Anzeige

Wenn im Unternehmen ein Stellenabbau droht, ist eine fundierte Vorbereitung fĂŒr die Arbeitnehmervertretung entscheidend. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie bei Verhandlungen zum Sozialplan Ihre Mitbestimmungsrechte optimal nutzen. Kostenlosen Ratgeber fĂŒr Sozialplan-Verhandlungen herunterladen

IG Metall und Betriebsrat kĂŒndigen VerschĂ€rfung des Protests an

UnterstĂŒtzung erhielten die BeschĂ€ftigten vor Ort von der IG Metall. Gewerkschaftsvorstand AndrĂ© Arenz begleitete den Protest in Langenselbold. Nach Angaben der IG Metall wurde ihm allerdings untersagt, das WerksgelĂ€nde zu betreten, um dort direkt mit den BeschĂ€ftigten zu sprechen. Arenz ĂŒbte deutliche Kritik an den PlĂ€nen des Konzerns und betonte, dass der Stellenabbau trotz zweistelliger Renditen forciert werde.

Der Betriebsratsvorsitzende Walter Heidenfelder kĂŒndigte gemeinsam mit der IG Metall an, den Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau nun weiter zu verschĂ€rfen. Um den Forderungen der Belegschaft Nachdruck zu verleihen, seien kurzfristige Warnstreiks auch in Langenselbold nicht ausgeschlossen.

Anzeige

In Phasen betrieblicher Umstrukturierungen und KĂŒndigungswellen vertrauen viele Arbeitnehmervertreter auf bewĂ€hrte Musterdokumente und Strategien. Sichern Sie sich jetzt das Experten-Wissen zur Sozialauswahl und zum Interessenausgleich als gratis PDF-Download. Jetzt Gratis-Report fĂŒr BetriebsrĂ€te sichern

Angespannte Ausgangslage vor der nÀchsten Verhandlungsrunde

Der Konflikt am hessischen Standort schwelt bereits seit Monaten und ist von deutlichen Spannungen geprĂ€gt. Im August 2026 hatte sich Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz hinter die Belegschaft gestellt und den BeschĂ€ftigten UnterstĂŒtzung zugesichert. Daraufhin hatte die GeschĂ€ftsfĂŒhrung von Thermo Fisher ein Hausverbot gegen den Landrat verhĂ€ngt.

Vor diesem Hintergrund blicken die Beteiligten auf die anstehenden GesprÀche. In der kommenden Woche soll die nÀchste Verhandlungsrunde stattfinden. Ob sich der geplante Abbau der ArbeitsplÀtze in diesem Rahmen noch abwenden lÀsst, bleibt weiterhin offen.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70378821 |