Stellenabbau in Deutschland: 15.000 in Transfergesellschaften
31.05.2026 - 04:20:17 | boerse-global.deIn mehreren Schlüsselbranchen – vom Maschinenbau über die Finanzbranche bis zum Einzelhandel – kündigen Unternehmen massiven Stellenabbau an. Die Gründe sind unterschiedlich, das Muster ist klar: Die Konjunktur kühlt ab, und die Anpassung fällt schmerzhaft aus.
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Maschinenbau unter Druck: Trumpf streicht 1000 Stellen
Der schwäbische Laserspezialist Trumpf baut massiv Personal ab. Rund 1000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Monaten wegfallen – ein harter Einschnitt für das Ditzinger Unternehmen. Der Grund: Die globale Konjunkturflaute hat die Auftragsbücher schrumpfen lassen.
Die Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2023/24 sprechen eine deutliche Sprache. Der operative Gewinn (EBIT) sackte um 18,6 Prozent auf rund 500 Millionen Euro ab. Der Umsatz fiel um 3,6 Prozent auf etwa 5,2 Milliarden Euro. Als Reaktion will Trumpf seine Sparziele auf 250 Millionen Euro bis 2025 nachschärfen.
Besonders hart trifft es die Zentrale im Großraum Stuttgart. Rund 430 der geplanten Stellenstreichungen entfallen auf den Standort Ditzingen. Bereits im September 2025 hatte das Unternehmen Kurzarbeit für 2750 Beschäftigte am Hauptsitz eingeführt – die Arbeitszeit wurde um zehn Prozent reduziert.
Die Krise im Maschinenbau zeigt sich auch in den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Ende 2025 waren rund 15.000 Menschen in Transfergesellschaften beschäftigt – ein deutlicher Anstieg gegenüber knapp 10.000 Ende 2024. Mehr als 11.000 von ihnen kamen aus der Industrie. Diese Gesellschaften zahlen in der Regel 80 Prozent des letzten Nettogehalts, maximal für zwölf Monate.
UBS baut nach Credit-Suisse-Übernahme weiter ab
Auch die Finanzbranche bleibt nicht verschont. Die Schweizer Großbank UBS setzt ihren Stellenabbau im Zuge der Credit-Suisse-Integration fort. Mehrere hundert Positionen fallen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) weg. Betroffen sind vor allem Unterstützungsfunktionen, aber auch einige Kundenberater.
Der Personalabbau ist bereits in vollem Gange. Ende März 2026 beschäftigte die UBS noch 101.594 Vollzeitkräfte – ein Rückgang gegenüber 103.177 Ende 2025. Seit der Übernahme des ehemaligen Rivalen hat die Bank insgesamt rund 17.500 Stellen gestrichen. Langfristig könnten durch die Fusion sogar bis zu 80.000 Jobs wegfallen. In der Schweiz sind rund 3000 Entlassungen geplant, der Großteil in der zweiten Jahreshälfte 2026 und Anfang 2027.
IKEA und BioNTech: Auch Einzelhandel und Pharma sparen
Der Möbelriese IKEA verschlankt seine Strukturen. Weltweit fallen 850 Stellen weg. Das Unternehmen begründet den Schritt mit steigenden Kosten und einer zunehmend komplexen Organisation. In Deutschland ist besonders der Standort Dortmund betroffen: 233 Mitarbeiter verlieren dort ihren Job. 63 IT-Stellen innerhalb der Ingka-Gruppe werden bis Ende Oktober gestrichen, 170 Stellen in Einkauf und Logistik der Inter-IKEA-Gruppe bis Ende 2026. Der Logistikstandort bleibt mit rund 100 Beschäftigten bestehen.
In der Pharmabranche schließt BioNTech seinen Standort Idar-Oberstein bis Ende 2027. Der Grund: Die Produktion von COVID-19-Impfstoffen läuft aus. Der Betriebsrat zeigte sich bestürzt. Viele der betroffenen Mitarbeiter seien seit über 15 Jahren im Unternehmen. Die Schließung habe zahlreiche langfristige Lebens- und Karrierepläne zunichtegemacht.
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Fortuna Düsseldorf: Abstieg zwingt zum radikalen Sparkurs
Selbst der Profisport bleibt vom Stellenabbau nicht verschont. Nach dem Abstieg in die dritte Liga muss Fortuna Düsseldorf drastisch sparen. Rund die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter wird entlassen – 67 Stellen fallen am Hauptsitz weg.
Die finanzielle Situation ist dramatisch. Die TV-Erlöse sind um 90 Prozent eingebrochen, Transfererlöse blieben aus. Der Etat für die dritte Liga liegt zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Die Personalkosten müssen von sieben auf drei Millionen Euro pro Saison sinken. Ganze Abteilungen wurden aufgelöst: die digitale Spielanalyse, der Bereich Nachhaltigkeit und das Eventmanagement.
Vorstandschef Alexander Jobst und Aufsichtsratschef Björn Borgerding betonten, die Kündigungen seien für das Überleben des Vereins unvermeidbar. Für den sportlichen Neuanfang holte der Klub Samir Arabi als neuen Sportdirektor.
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