Steuer-App ab Juli: 11,5 Millionen Bürger nutzen MeinELSTER+
30.06.2026 - 09:41:02 | boerse-global.de
Das ist eines der überraschenden Details, die bei der Umsetzung der Grundsteuerreform in Deutschland ans Licht kommen. Hauseigentümer sollten die baulichen Merkmale ihrer Immobilien genau prüfen.
Denn die Existenz eines Kellers kann zu einer niedrigeren Steuer führen. In Fachkreisen wird dieser Aspekt als wichtiger Hebel diskutiert, um die jährliche Abgabenlast rechtmäßig zu senken. Wer seine Immobilie korrekt bewertet, vermeidet eine Überbewertung.
Bayern kassiert zwei Milliarden mehr
Die Reform zeigt unterschiedliche Wirkungen auf die Kommunen. In Bayern verzeichnete das Landesamt für Statistik Mehreinnahmen von insgesamt zwei Milliarden Euro. Das geht aus Daten vom 30. Juni 2026 hervor.
Doch nicht alle profitieren. Von den rund 2.000 bayerischen Gemeinden verbuchten etwa 250 geringere Einnahmen als vor der Reform. Das Ziel der Aufkommensneutralität wurde in der Praxis nicht flächendeckend erreicht.
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Andernorts zeigt man sich bürgerfreundlich: Im saarländischen Wadgassen bleibt der Hebesatz der Grundsteuer B trotz ursprünglicher Erhöhungspläne stabil bei 345 Prozent. Die Kommune will ihre Bürger nicht zusätzlich belasten.
Finanzämter kommen nicht hinterher
Die Verwaltung hat mit technischen Hürden zu kämpfen. In Sachsen sind die Finanzämter Anfang Juli 2026 nicht in der Lage, alle Änderungen aus dem Jahr 2025 zeitnah zu bearbeiten. Dazu gehören Eigentumsübergänge und neu bewilligte Steuerbefreiungen.
Die Folgen treffen die Kommunen direkt: Ohne aktuelle Messbescheide der Finanzämter können sie keine neuen Grundsteuerbescheide ausstellen. Die rechtssichere Festsetzung für das laufende und kommende Jahr verzögert sich.
BFH präzisiert Bodenbewertung
Neben baulichen Merkmalen bleibt die Bewertung des Grund und Bodens ein Streitthema. Der Bundesfinanzhof (BFH) stellte im Frühjahr 2026 klar: Für landwirtschaftlich genutzte Flächen am Ortsrand gilt der offizielle Bodenrichtwert für Landwirtschaft – nicht der höhere Baulandwert.
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Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ergänzte: Technische Bauten wie Trafohäuschen mindern den Bodenwert nicht automatisch. Diese Urteile sind entscheidend für die finale Berechnung der Grundsteuerlast.
Steuer-App für 11,5 Millionen Bürger
Parallel zur Grundsteuerreform schreitet die Digitalisierung voran. Ab dem 1. Juli 2026 können rund 11,5 Millionen Bürger ihre Steuererklärung per App abgeben. Betroffen sind vor allem ledige Arbeitnehmer und Rentner ohne Zusatzeinkünfte.
Das System „MeinELSTER+“ ermöglicht eine Ein-Klick-Abgabe mit vorausgefüllten Erklärungen. Für die Steuererklärung 2025 läuft die reguläre Abgabefrist übrigens bis zum 31. Juli 2026.
