SteuererklÀrung, Frist

SteuererklÀrung 2025: Frist endet 31. Juli, VerspÀtung kostet 200 Euro

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 21:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FinanzĂ€mter dĂŒrfen KontoauszĂŒge prĂŒfen, wĂ€hrend bestimmte Schulden trotz Insolvenz bestehen bleiben und neue Nachweise fĂŒr SteuervergĂŒnstigungen gelten.

Steuerrecht und Privatinsolvenz: Diese Pflichten gelten 2026
Ein Schreibtisch mit einem FĂŒllfederhalter auf einem Stapel leerer Steuerformulare bei natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die rechtlichen Anforderungen an Steuerpflichtige bei der Offenlegung ihrer Finanzen sowie die verbleibenden Verpflichtungen nach einer Privatinsolvenz stehen im Fokus aktueller juristischer Einordnungen. WĂ€hrend das Finanzamt weitreichende Befugnisse zur Einsicht in KontoauszĂŒge besitzt, unterliegt auch die Restschuldbefreiung nach einem Insolvenzverfahren klaren gesetzlichen Ausnahmen.

Transparenzpflichten bei KontoauszĂŒgen und steuerliche Fristen

Nach den Regelungen der Abgabenordnung (§§ 90, 97 AO) ist das Finanzamt berechtigt, die Vorlage von KontoauszĂŒgen zu verlangen, sofern dies fĂŒr eine steuerliche PrĂŒfung erforderlich ist.

Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) prĂ€zisierte dies in zwei BeschlĂŒssen im FrĂŒhjahr 2022. Demnach hĂ€ngt der Umfang der angeforderten Unterlagen stets vom Einzelfall ab (Beschluss vom 5. April 2022 – VIII B 42/21). SchwĂ€rzungen durch den Steuerpflichtigen seien laut BFH nur in begrĂŒndeten EinzelfĂ€llen zulĂ€ssig (Beschluss vom 7. Juni 2022 – VIII B 51/21).

In Bezug auf die EinkommensteuererklĂ€rung fĂŒr das Jahr 2025 galten fĂŒr nicht beratene Steuerpflichtige Abgabefristen bis zum 31. Juli 2026. Werde die ErklĂ€rung durch einen Steuerberater erstellt, verlĂ€ngere sich die Frist bis zum 1. MĂ€rz 2027. Bei einer verspĂ€teten Abgabe nach diesem Datum drohen VerspĂ€tungszuschlĂ€ge von mindestens 25 Euro pro Monat, wobei die Mindestsumme 200 Euro betrage. Der Grundfreibetrag fĂŒr das Steuerjahr 2025 lag bei 12.096 Euro fĂŒr Alleinstehende und 24.192 Euro fĂŒr Verheiratete.

Rechtliche Grenzen der Restschuldbefreiung

Trotz einer erfolgreich abgeschlossenen Privatinsolvenz erstreckt sich die Restschuldbefreiung nach § 301 der Insolvenzordnung (InsO) nicht auf alle Verbindlichkeiten.

Anzeige

Wer sich mit komplexen Finanz- und Steuerfragen auseinandersetzt, sollte auch seine laufenden Investitionen steuerlich optimal behandeln. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Abschreibungen gezielt nutzen und Ihre LiquiditÀt nachhaltig verbessern. Abschreibung von A-Z: Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern

GemĂ€ĂŸ § 302 InsO bleiben insbesondere Forderungen aus vorsĂ€tzlich begangenen unerlaubten Handlungen, vorsĂ€tzlich vorenthaltener Unterhalt sowie Steuerschulden, die im Zusammenhang mit einer Steuerstraftat stehen, bestehen. Auch Geldstrafen, Bußgelder und zinslose Darlehen fĂŒr Verfahrenskosten sind von der Befreiung ausgeschlossen.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 19. Dezember 2019 (IX ZR 53/18) unterstreicht zudem, dass GlĂ€ubiger eine qualifizierte Anmeldung ihrer Forderungen vornehmen mĂŒssen, um eine Ausnahme von der Restschuldbefreiung geltend zu machen.

Neue Nachweispflichten und digitale Meldewege

Seit dem Jahr 2025 sind fĂŒr die Inanspruchnahme von SteuerermĂ€ĂŸigungen fĂŒr Pflegekosten nach § 35a EStG sowohl eine Rechnung als auch ein Nachweis der unbaren Zahlung zwingend erforderlich. Hierbei können 20 Prozent der Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro pro Jahr, geltend gemacht werden. Ein erhaltenes Pflegegeld muss dabei nicht gegengerechnet werden.

Anzeige

Viele Steuerpflichtige verschenken jÀhrlich bares Geld an das Finanzamt, weil sie die neuesten gesetzlichen Steuervorteile nicht vollstÀndig ausschöpfen. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Ratgeber, wie Sie beispielsweise von der degressiven AfA profitieren und Ihre Steuerstrategie neu ausrichten. Kostenlosen Leitfaden zur Steueroptimierung herunterladen

Im Bereich der digitalen Vermögenswerte melden Kryptoanbieter seit Beginn des Jahres 2026 Nutzerdaten an die Finanzbehörden, basierend auf der EU-Richtlinie DAC8. Bei falschen Angaben drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Gewinne aus Kryptowerten sind steuerpflichtig, wenn sie 1.000 Euro pro Jahr ĂŒberschreiten oder die Haltedauer unter einem Jahr liegt. Einnahmen aus Staking unterliegen ab einer Grenze von 256 Euro pro Jahr der Steuerpflicht.

PfÀndungsschutz und soziale Sicherung

FĂŒr Bezieher von Rentenleistungen gelten seit dem 1. Juli 2026 angepasste PfĂ€ndungsfreigrenzen. Der Grundbetrag belĂ€uft sich auf 1.587,40 Euro nach § 850c ZPO, wĂ€hrend ein PfĂ€ndungsschutzkonto (P-Konto) monatlich 1.590 Euro schĂŒtzt. FĂŒr Unterhaltsberechtigte erhöhen sich diese SĂ€tze um 597,42 Euro fĂŒr die erste und 332,83 Euro fĂŒr jede weitere Person.

Dass Mitteilungspflichten gegenĂŒber SozialversicherungstrĂ€gern streng auszulegen sind, zeigt ein Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen (Az. L 3 R 912/21). In dem verhandelten Fall wurde eine Erbin zur RĂŒckzahlung von 53.857,06 Euro verpflichtet, da die Erblasserin ĂŒber Jahrzehnte eine zu hohe Witwenrente bezogen hatte, ohne ihre eigene Altersrente anzurechnen. Das Gericht wertete dies als grobe FahrlĂ€ssigkeit.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70025861 |