Steuererklärung, Millionen

Steuererklärung ab Juli: 11,5 Millionen nutzen One Click in MeinELSTER+

28.06.2026 - 09:04:09 | boerse-global.de

Neue digitale Steuerfunktionen starten, während DATEV verbindliche Fristen für die Konto-Umstellung setzt.

DATEV-Umstellung und MeinELSTER+: Digitalisierung der Steuer 2026
Steuererklärung - Ein stilisiertes, leuchtendes DATEV-Logo über einem Netzwerk von Servern und Datenströmen, das Cloud-Migration und digitale Identität darstellt. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Digitalisierung der Steuerverwaltung erreicht in den kommenden Monaten entscheidende Meilensteine. Gleichzeitig treibt DATEV die Umstellung auf ein zentrales Identitätsverfahren voran.

Am 1. Juli 2026 startet mit der „One Click“-Funktion in der App MeinELSTER+ ein neues digitales Angebot. Das in Bayern entwickelte Verfahren richtet sich zunächst an rund 11,5 Millionen ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Empfänger von Alterseinkünften. Die Steuererklärung soll damit direkt über das Smartphone abgewickelt werden können.

Doch Lohnsteuerhilfevereine äußern Bedenken. Experten warnen vor möglichen finanziellen Nachteilen, da die automatisierte Abwicklung nicht alle steuermindernden Sachverhalte optimal erfassen könnte.

DATEV-Konto: Verbindliche Fristen für die Umstellung

Die DATEV stellt den Zugang zu ihren Cloud-Anwendungen schrittweise auf das sogenannte DATEV-Konto um. Dieses fungiert künftig als zentraler Identitätsnachweis und ersetzt ältere Anmeldeverfahren. Für verschiedene Nutzergruppen gelten verbindliche Stichtage.

Kommunen müssen die Umstellung bereits bis zum 30. Juni 2026 abschließen. Für das Produkt „Unternehmen online“ endet die Übergangsfrist am 30. September 2026, für den Bereich Personal ist der 2. November 2026 als Termin festgesetzt. Anwendungen wie SmartLogin, das Kanzleimanagement und MyDATEV wurden bereits erfolgreich integriert.

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Das Unternehmen betont: Eine Verknüpfung der bestehenden Anmeldeverfahren mit dem neuen Konto ist zwingend erforderlich, um einen unterbrechungsfreien Zugriff zu gewährleisten.

Sicherheitsdebatte um IT-Infrastruktur

Flankiert wird die Migration von Berichten über Sicherheitsaspekte. In Fachkreisen wurde diskutiert, dass ein Einrichtungsassistent für DATEVasp unter bestimmten Umständen die Sperrlistenprüfung deaktiviert und DNS-Einträge statisch setzt. Das wirft bei der Nutzung ohne VPN-Verbindung Fragen auf. Der Softwarehersteller verweist dazu auf bestehende Dokumentationen.

Parallel steigen zum 1. Juli die Renten um 4,24 Prozent. Rund 21 Millionen Rentner profitieren von der Anpassung. Die entsprechenden Bescheide verschickt die Deutsche Rentenversicherung bereits seit Mitte Juni.

Kritik am Jahressteuergesetz 2026

Der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) hat in einer aktuellen Stellungnahme zum Jahressteuergesetz 2026 deutliche Kritik geübt. Der Verband bezeichnet den Entwurf als verpasste Chance für strukturelle Entlastungen. Besonders die Regelungen zur Kaufpreisaufteilung gelten als streitanfällig.

Der DStV fordert zudem mehr Klarheit bei der umsatzsteuerlichen Organschaft und lehnt die Wirksamkeitsfiktion bei rein digitalen Steuerbescheiden ab.

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BAG-Urteil: Klarheit bei Massenentlassungen

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sorgte am 25. Juni 2026 für Rechtsklarheit. Die Richter entschieden: Kündigungen können auch dann wirksam bleiben, wenn in der Anzeige an die Arbeitsagentur geringfügige Fehler bei der Anzahl der Entlassungen unterlaufen sind.

Im konkreten Fall wurden 34 Entlassungen angezeigt, tatsächlich betroffen waren aber nur 31 bis 32 Personen. Solange der Schutzzweck der Anzeige nicht beeinträchtigt werde, führen solche Unstimmigkeiten nicht zur Unwirksamkeit der Kündigungen, so das BAG.

Kostenoptimierung durch Plattformwechsel

Abseits der Regulatorik zeigt ein Beispiel aus der Wirtschaft den Trend zur Kostenoptimierung: Der Energiedienstleister EWE AG senkte seine Java-Lizenzkosten nach einer Migration von Oracle zu einem alternativen Anbieter um rund 60 Prozent. Der Prozess umfasste über 100 Anwendungen und zehntausende Desktops und dauerte acht bis neun Monate.

Hintergrund solcher Umstellungen sind oft Änderungen in den Lizenzmodellen großer Softwarehersteller – ein Trend, der bereits Anfang 2023 zu beobachten war.

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