Steuerhinterziehung, Strafrahmen

Steuerhinterziehung: Strafrahmen steigt auf 15 Jahre, 1.500 neue Zoll-Stellen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung plant schärfere Strafen und mehr Personal gegen Steuerbetrug. Auch die Erbschaftsteuer-Reform nimmt Fahrt auf.

Steuerhinterziehung: Bis zu 15 Jahre Haft und neue Kontrollen
Ein Richterhammer liegt auf einem Stapel von Rechtsdokumenten, im Hintergrund verschwommen ein modernes Regierungsgebäude bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steuerhinterziehung soll künftig konsequenter als Verbrechen verfolgt werden. Parallel zeichnet sich eine Reform der Erbschaftsteuer ab.

Härtere Strafen und schärfere Kontrollen

Der Strafrahmen für Steuerhinterziehung steigt auf bis zu 15 Jahre. Die strafbefreiende Selbstanzeige soll entfallen. Um die neuen Regeln durchzusetzen, schafft der Zoll 1.500 neue Stellen – geplant für 2027. Ein gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität wird aufgebaut.

Technologisch setzt die Regierung auf ein elektronisches Umsatzsteuer-System. Die Aufbewahrungsfristen verlängern sich auf 15 Jahre. Ab 2028 gilt für Betriebe mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz eine strengere Registrierkassenpflicht. Bereits für 2027 erwartet die Regierung Mehreinnahmen von einer Milliarde Euro. Der Gesetzentwurf soll im August 2026 kommen.

Erbschaftsteuer-Reform rückt näher

Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser hat eine Reform der Erbschaftsteuer angekündigt. Sie kritisiert Ausnahmeregelungen für Vermögende und will Privilegien bei der Übertragung von Betriebsvermögen abbauen. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts für Ende 2026 treibt die Debatte an.

In Fachkreisen wird bereits über steueroptimierte Wege diskutiert. Im Fokus stehen Nießbrauch oder die Umwandlung von Verwaltungs- in Betriebsvermögen. Aktuell liegen die Freibeträge bei 500.000 Euro für Ehegatten und 400.000 Euro für Kinder. Steuerrechtler raten zur frühzeitigen Planung.

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Steuerberater unter Druck

Eine Umfrage unter 400 Landwirten zeigt wachsende Spannungen in der Agrar-Steuerberatung. Betriebe fordern mehr gestalterische Beratung und Verlässlichkeit. Die Kanzleien leiden unter Fachkräftemangel und hoher Bürokratie. Wechselwillige Mandanten finden kaum neue Kapazitäten.

Um Nachwuchs zu locken, bieten Kanzleien hohe Vergütungen. Die Kanzlei Streck Mack Schwedhelm zahlt Referendaren am Berliner Standort 900 Euro netto pro Wochenarbeitstag.

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Internationale Entwicklungen

Die Philippinen bereiten eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent vor. Betroffen sind multinationale Konzerne mit mindestens 750 Millionen Euro Jahresumsatz. In den USA schlug Investor Mark Cuban vor, Unternehmenssteuersätze an die Mitarbeiterbeteiligung zu koppeln.

Kritik kommt vom ehemaligen Steuerfahnder Frank Wehrheim. Er bemängelt unzureichende Ausbildung und mangelnde Ressourcen der Fahndungsbehörden. Steuerhinterziehung bleibe in bestimmten Kreisen verbreitet – etwa Betrug mit Zahngold oder Scheinfirmen im Dentalbereich mit Millionenschäden.

Für Privatpersonen gibt es kurzfristig Entlastung: Software wie WISO Steuer 2026 für das Steuerjahr 2025 wird aktuell mit Rabatten angeboten.

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