Schleswig-Holstein, Schweden

Bund sichert 153 Millionen Euro aus Northvolt-Insolvenz

10.04.2026 - 12:43:34 | dpa.de

Steuermittel gesichert: Ein Teil der Wandelanleihe fließt zurĂŒck, weitere Millionen sollen folgen: Wie Bund und das Land Schleswig-Holstein trotz Northvolt-Pleite einen Teil der Fördermittel retten.

  • Der Schaden fĂŒr den Steuerzahler durch die Insolvenz von Northvolt fĂ€llt geringer aus als zunĂ€chst befĂŒrchtet. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
  • Lyten-Chef Dan Cook hatte im MĂ€rz in Kiel seine PlĂ€ne fĂŒr den Northvolt-Standort Heide vorgestellt. (Archivbild) - Foto: Frank Molter/dpa
  • MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther erklĂ€rte die Bereitschaft, Lyten bei den weiteren Schritten zu unterstĂŒtzen. (Archivbild) - Foto: Frank Molter/dpa
Der Schaden fĂŒr den Steuerzahler durch die Insolvenz von Northvolt fĂ€llt geringer aus als zunĂ€chst befĂŒrchtet. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa Lyten-Chef Dan Cook hatte im MĂ€rz in Kiel seine PlĂ€ne fĂŒr den Northvolt-Standort Heide vorgestellt. (Archivbild) - Foto: Frank Molter/dpa MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther erklĂ€rte die Bereitschaft, Lyten bei den weiteren Schritten zu unterstĂŒtzen. (Archivbild) - Foto: Frank Molter/dpa

Die Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kostet die deutschen Steuerzahler etwas weniger Geld als bislang angenommen. Im Zuge der geplanten Übernahme der deutschen Tochter durch Lyten haben Bund und Land 153 Millionen Euro an Steuergeld gesichert. 

Das Geld wurde bereits zurĂŒckgezahlt, wie das Bundeswirtschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte. Die Mittel gehen jeweils zur HĂ€lfte an den Bund und das Land Schleswig-Holstein.

Absehbar werden im Rahmen einer sogenannten solventen Liquidation der Northvolt Drei Projektgesellschaft in der NĂ€he des schleswig-holsteinischen Heide im Sommer weitere bis zu 69 Millionen Euro an die staatliche Förderbank KfW zurĂŒckfließen. Zuvor muss erst eine emissionsrechtliche Genehmigung des nördlichsten Bundeslandes fĂŒr die Baustelle rechtskrĂ€ftig werden.

«FĂŒr das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Schleswig-Holstein hatte die Sicherung und RĂŒckfĂŒhrung nicht verwendeter Steuergelder von Anfang an höchste PrioritĂ€t. Damit wird ein Teil der eingesetzten Steuergelder gesichert», hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. 

Northvolt wollte im Norden eine Gigafabrik mit rund 3.000 ArbeitsplĂ€tzen errichten und hatte dafĂŒr von der KfW eine Wandelanleihe ĂŒber 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bĂŒrgten jeweils zur HĂ€lfte. 

Rund 330 Millionen Euro davon wurden verbaut oder fĂŒr KĂ€ufe von Land und Maschinen eingesetzt. Auf dem Sperrkonto liegen zudem noch knapp 50 Millionen Euro, die nach dpa-Informationen allerdings bereits vorgesehen sind, um eine Insolvenz der deutschen Tochter von Northvolt zu verhindern.

Der Bund nutzte fĂŒr die deutsche Northvolt-Tochter Restrukturierungsverfahren unterhalb der Insolvenzschwelle (Starug). Denn Northvolt Drei, wie das Projekt bei Heide heißt, war im Gegensatz zur schwedischen Muttergesellschaft nicht insolvent. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist der Restrukturierungsplan gerichtlich in letzter Instanz bestĂ€tigt.

Weitere Einnahmen

DarĂŒber hinaus könnte durch die geplante Übernahme von Northvolt Drei durch das US-Unternehmen Lyten weiteres Geld in zweistelliger Millionenhöhe an Bund und Land fließen. Lyten will nach der schwedischen Muttergesellschaft auch die deutsche Northvolt-Tochter ĂŒbernehmen. Die GesprĂ€che mit dem Bund und der KfW dauern an.

Nach einem Treffen mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung hatte Lyten-Chef Dan Cook angekĂŒndigt, zunĂ€chst mit rund 1.000 ArbeitsplĂ€tzen auf dem GelĂ€nde bei Heide zu planen. Dort plant das Unternehmen demnach die Produktion von Batterien fĂŒr ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationĂ€re Energiespeicherung, MobilitĂ€t und Elektrofahrzeuge.

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