Steuern 2026: Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro
14.06.2026 - 20:39:47 | boerse-global.de
Mehr Netto vom Brutto: Grundfreibetrag steigt
Ein zentraler Baustein der Entlastung ist die Anhebung des Grundfreibetrags. Er steigt 2026 auf 12.348 Euro – nach 12.096 Euro im Vorjahr. Damit bleibt das Existenzminimum steuerfrei, die kalte Progression wird abgemildert.
Auch Familien profitieren. Das Kindergeld steigt auf 259 Euro monatlich pro Kind. Der Kinderfreibetrag liegt nun bei 6.828 Euro. „Das entlastet Haushalte spürbar“, sagt Ronald Maul, Präsident der Steuerberaterkammer Saarland.
Für Ehrenamtliche gibt es ebenfalls mehr: Die Übungsleiterpauschale klettert auf 3.300 Euro pro Jahr, die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro. Beide Beträge sind kombinierbar – bis zu 4.260 Euro bleiben steuerfrei.
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Pendler und Landwirte: Neue Regelungen ab Januar
Seit Jahresbeginn gilt die Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer – und zwar ab dem ersten Kilometer. Fernpendler mit einem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag können die Mobilitätsprämie nutzen. Voraussetzung: Der Arbeitsweg beträgt mindestens 21 Kilometer. Beantragt wird sie über die Steuererklärung.
Im Frühjahr wollte die Koalition die Mineralölsteuer vorübergehend um 17 Cent pro Liter senken – für zwei Monate, um die Spritpreise zu drücken. Landwirte dürfen sich zudem freuen: Die Agrardiesel-Rückerstattung wird ab dem Verbrauchsjahr 2026 wieder voll gewährt.
Rente steigt um 4,24 Prozent – Aktivrente wird attraktiver
Zum 1. Juli 2026 gibt es mehr Geld für Ruheständler. Der Bundesrat stimmte am 12. Juni einer Rentenerhöhung von 4,24 Prozent zu. Der Rentenwert steigt auf 42,52 Euro pro Punkt. Eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren erreicht damit brutto 1.913,40 Euro monatlich. Auch Bezieher von Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten profitieren.
Die Aktivrente wird ausgebaut: Wer die Regelaltersgrenze überschritten hat, kann bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen – das sind 24.000 Euro pro Jahr.
Doch Alexander Gunkel, Vorstand der Rentenversicherung, warnt: Sollten die geplanten Kürzungen der Bundeszuschüsse für 2027 umgesetzt werden, drohten Beitragssteigerungen.
Bürokratieabbau: 16 Milliarden Euro Entlastung geplant
Die Bundesregierung will die Wirtschaft von Bürokratiekosten befreien – um rund 25 Prozent, das entspricht etwa 16 Milliarden Euro. Seit Ende 2025 liegt die Verdienstgrenze für Minijobs zudem bei 603 Euro.
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Regionales Experiment: Steuer-Direktabzug in Basel
Ein bemerkenswerter Vorstoß kommt aus der Schweiz. Im Kanton Basel-Stadt stimmten am 14. Juni 53,4 Prozent der Bürger für einen freiwilligen Steuer-Direktabzug vom Lohn. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern müssen das Modell anwenden, kleinere Betriebe und Arbeitnehmer können freiwillig mitmachen. Der Abzugssatz: in der Stadt Basel 10 Prozent des Bruttolohns, in Riehen und Bettingen 5 Prozent. Ziel ist es, die Steuerverschuldung privater Haushalte einzudämmen – ein Novum in der Schweiz.
