Steuerreform: Millionen Rentner sollen keine Erklärung mehr machen
19.06.2026 - 04:30:44 | boerse-global.de
Das Reformpaket soll am 1. Juli im Koalitionsausschuss finalisiert werden. Ziel: Millionen Bürger sollen keine Steuererklärung mehr machen müssen.
Grundlage sind Empfehlungen zweier Expertenkommissionen aus dem Sommer 2024. Sie haben Konzepte für eine bürgernahe Einkommensteuer und eine vereinfachte Unternehmensteuer erarbeitet.
Während die Politik über weitreichende Entlastungen debattiert, können Sie schon heute von digitalen Erleichterungen bei Ihrer Steuererklärung profitieren. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt alle hilfreichen Funktionen von MeinElster für eine deutlich schnellere Abwicklung. So erledigen Sie Ihre Steuererklärung mit MeinElster schneller als je zuvor
Arbeitstagepauschale ersetzt Einzelregelungen
Herzstück der Reform ist die neue Arbeitstagepauschale für Arbeitnehmer. Sie bündelt die bisherige Pendlerpauschale, die Homeoffice-Pauschale und die Regelung zum häuslichen Arbeitszimmer. Das Finanzministerium verspricht sich davon einen massiven Bürokratieabbau.
Langfristig soll die Steuerveranlagung weitgehend automatisiert werden. Für Arbeitnehmer mit bis zu 70.000 Euro Bruttoeinkommen ist eine durchschnittliche Entlastung von rund 500 Euro pro Jahr geplant.
Rentner profitieren doppelt
Auch Rentner stehen im Fokus der Reform. Eine neue Rentenabzugsteuer befreit rund 4,4 Millionen Senioren von der Steuererklärungspflicht. Zusätzlich ist ein Rentner-Pauschbetrag von 102 Euro im Gespräch.
Diese Entlastung kommt pünktlich zur erwarteten Rentensteigerung von 4,24 Prozent zum 1. Juli. Für Unternehmen sieht das Konzept eine Zielsteuerbelastung von etwa 25 Prozent auf Gewinne vor. Die Gewerbesteuer-Reform gilt politisch allerdings als schwierig.
Steuererklärung per Klick ab Juli
Parallel startet am 1. Juli ein bundesweites Pilotprojekt. Die in Bayern entwickelte App „MeinELSTER+“ soll die Veranlagung für bestimmte Gruppen mit einem Klick ermöglichen. In der ersten Phase richtet sich das Angebot an rund 11,5 Millionen ledige, kinderlose Steuerpflichtige und Rentner.
Voraussetzung: ein bestehendes ELSTER-Konto und ein Smartphone mit Android 13 oder iOS 17. Lohnsteuerhilfevereine zeigen sich skeptisch. Ihre Sorge: Individuelle Ausgaben wie Fahrtkosten oder Spenden bleiben bei der Ein-Klick-Lösung unberücksichtigt. Das könnte für Steuerpflichtige finanzielle Nachteile bedeuten.
Trotz neuer Apps wie MeinELSTER+ bleibt die Handhabung des offiziellen Finanzportals für viele eine Hürde, die Zeit und Nerven kostet. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Steuerbescheide, Einsprüche und Anträge ganz einfach selbst managen. MeinElster E-Book jetzt kostenlos herunterladen
Zwei Varianten, ein Ziel
Das Finanzministerium arbeitet mit zwei Varianten des Steuerpakets. Die Entlastungen liegen entweder bei 10 oder 20 Milliarden Euro. Zur Gegenfinanzierung steht eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf bis zu 44,5 Prozent im Raum.
Bei erfolgreichen Verhandlungen im Koalitionsausschuss sollen die wesentlichen Reformteile zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Zum 1. Juli kommen bereits sinkende Ticketsteuern im Flugverkehr und neue Zollpauschalen für Online-Einkäufe aus Nicht-EU-Staaten.
