Steuervergünstigungen, Wirtschaftsweise

Steuervergünstigungen: Wirtschaftsweise fordern Kürzung um 3,4 Milliarden

22.06.2026 - 01:40:00 | boerse-global.de

Monika Schnitzer kritisiert Steuerrabatte als wirkungslos und fordert Milliarden-Umschichtung in Infrastruktur und KI.

Wirtschaftsweise Schnitzer: Steuervergünstigungen für Gastro und Diesel streichen
Steuervergünstigungen - Eine Hand hält eine Lupe über einen Stapel Euro-Münzen und -Scheine. Im Hintergrund ist eine unscharfe Restaurantfassade zu sehen. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ihr Hauptziel: die reduzierte Mehrwertsteuer für die Gastronomie.

Die Maßnahme koste den Staat jährlich rund 3,4 Milliarden Euro, erklärte Schnitzer in einem Interview. Ihr Problem mit dem Rabatt: Er verfehlt seine Wirkung.

Milliarden-Geschenk für McDonald’s und Co.

Schnitzers Argumentation ist simpel. Die Steuersenkung sollte eigentlich kleine Landgasthäuser retten. Stattdessen profitiert vor allem die Systemgastronomie.

Die Zahlen der Organisation Foodwatch untermauern das. McDonald’s spart demnach jährlich rund 140 Millionen Euro. Für die gesamte Fast-Food-Branche summiert sich die Entlastung auf etwa 500 Millionen Euro pro Jahr.

Deutschland lebe „von seiner Substanz und auf Pump“, warnt Schnitzer. Solche Subventionen seien nicht länger tragbar.

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Gastronomie in der Krise

Die Debatte trifft eine angeschlagene Branche. Der reale Umsatz im Gastgewerbe sank im April 2026 um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldete einen neuen Höchststand bei Insolvenzen.

Bereits 2025 verzeichnete Creditreform das vierte Jahr in Folge steigende Pleitezahlen. Die Kunden bleiben aus: 52 Prozent der Befragten sparen laut einer Studie von Kantar und Idealo bei Restaurantbesuchen.

Schnitzer will auch Diesel-Rabatt kippen

Die Ökonomin will weiter gehen. Sie fordert die Rücknahme der Diesel-Steuervergünstigung und des Tankrabatts. Die freiwerdenden Milliarden sollen anderswo landen.

Ihr Kritikpunkt: ein erheblicher Investitionsstau in Deutschland. Besonders fehle Geld für Infrastruktur und den Ausbau Künstlicher Intelligenz. „Anstatt bestehende Strukturen durch Steuerrabatte künstlich zu erhalten, müssen wir in zukunftsgerichtete Technologien investieren“, so Schnitzer.

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Die digitale Infrastruktur sei unzureichend, um die technologische Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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