Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Stahlproduktion 2025 gesunken - Krise dauert an

21.01.2026 - 05:00:16 | dpa.de

Strompreise, Importdruck, schwache Nachfrage: Warum die deutsche Stahlbranche auch 2025 unter massiven Problemen leidet – und was die Branche von der Politik fordert.

Starker Rückgang der Rohstahlproduktion 2025: Die Stahlindustrie spricht vom vierten Krisenjahr in Folge. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Starker Rückgang der Rohstahlproduktion 2025: Die Stahlindustrie spricht vom vierten Krisenjahr in Folge. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Krise der deutschen Stahlindustrie hat sich 2025 verschärft: Nur noch 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl wurden erzeugt. Das ist der niedrigste Wert seit dem Finanzkrisenjahr 2009, als 32,7 Millionen Tonnen produziert wurden. Der Rückgang im Vergleich zu 2024 lag bei 8,6 Prozent, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in ihrer Jahresbilanz berichtete. Sie lag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vor. Die Kapazitätsauslastung sei zugleich unter den kritischen Wert von 70 Prozent gefallen, so der Verband weiter.

Die Produktion sei damit bereits zum vierten Mal in Folge deutlich unter der Marke von 40 Millionen Tonnen geblieben, hieß es. 40 Millionen Tonnen gelten für die Branche als Schwelle für eine auskömmliche Kapazitätsauslastung. «Seit 2018 wurde diese Grenze insgesamt sechsmal unterschritten. Die Branche verharrt damit auf Rezessionsniveau», so der Verband.

Stahlnachfrage sinkt auf rund 30 Millionen Tonnen

Auch die Stahlnachfrage auf dem deutschen Markt sei 2025 außergewöhnlich schwach ausgefallen. «Mit auf das Jahr hochgerechneten rund 30 Millionen Tonnen lag auch die Marktversorgung nochmals unter dem schon niedrigen Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.»

Als Hauptgründe für die Einbrüche sieht die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Kerstin Maria Rippel, strukturelle Belastungen: «Für die Branche kommt derzeit vieles zusammen: eine historisch schwache Nachfrage, ein ungebremst wachsender Importdruck und international nicht wettbewerbsfähige Energiepreise.» So stamme inzwischen rund jede dritte in der EU eingesetzte Tonne Stahl aus dem Nicht-EU-Ausland. Globale Überkapazitäten sowie die immer aggressivere US-Zollpolitik verschärften die Lage weiter. 

Stahl-Verband: 2026 muss Jahr der Standortsicherung werden

Bundesregierung und EU-Kommission hätten 2025 zwar begonnen, gegenzusteuern, so Rippel weiter. Umgesetzt sei aber «noch lange nichts». Druck und Tempo müssten hochgehalten werden. «Das Jahr 2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden.»

Zentral bleibe neben einem Außenhandelsschutz vor allem die Energiefrage. «Die derzeit nicht wettbewerbsfähigen Strompreise sind eine hohe Belastung und zugleich ein zentraler Hemmschuh für den Umbau der gesamten Stahlindustrie zur Klimaneutralität», sagte Rippel.

Deutschland erzeugt in Europa den meisten Stahl. Größter Stahlstandort in Deutschland ist Duisburg, wo die Unternehmen Thyssenkrupp Steel und HKM Stahl erzeugen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 68505062 |

Weitere Meldungen

Armin Laschet bricht sich Schulter bei E-Scooter-Unfall. Bei Auftritten in Aachen trug er zulketzt eine Armstütze. Zum Unfall selbst gibt es keine Details. Armin Laschet ist mit einem E-Scooter verunglückt und hat sich die Schulter gebrochen. (Politik, 21.04.2026 - 17:40) weiterlesen...

Gesamtbetriebsrat verlangt Aufklärung von Galeria-Führung. Das sorgt für Unruhe in der Belegschaft - und für Kritik. Die Warenhauskette Galeria ist offenbar bei einigen Mietzahlungen in Verzug. (Wirtschaft, 21.04.2026 - 15:47) weiterlesen...

Leverkusen braucht den Coup: Bayern-Spiel als Rettungschance. Wie man den Meister im DFB-Pokal schlägt, zeigte Bayer noch in der letzten Saison. Nun ist aber vieles anders. Die Favoritenrolle haben die Bayern, Leverkusen will trotzdem mit aller Macht ins Finale. (Politik, 21.04.2026 - 13:37) weiterlesen...

Bayern-Coach Kompany erwartet «totalen Kampf» in Leverkusen. Das Duell gegen Leverkusen dürfte brisant werden, meint der Trainer. Ein Spieler steht besonders im Fokus. Nach der fix gemachten Meisterschaft will der FC Bayern auch ins Finale des DFB-Pokals. (Politik, 21.04.2026 - 11:11) weiterlesen...

Vor 50 Jahren - als Aldi die USA eroberte. Wie der Discounter nach schwierigem Start zu einem der größten Lebensmittelhändler des Landes wurde. Aldi ist auch in den USA längst eine feste Größe. (Wirtschaft, 21.04.2026 - 02:00) weiterlesen...

Wackelt Galeria erneut?. Nun mehren sich die Hinweise, dass die Warenhauskette schon wieder in Schwierigkeiten ist. Nach der letzten Insolvenz wollte Galeria den Neustart versuchen. (Wirtschaft, 20.04.2026 - 15:15) weiterlesen...