Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023: Das BĂŒro als Mitarbeitermagnet
23.11.2023 - 08:15:00Im August dieses Jahres arbeiteten laut einer Erhebung des ifo Instituts [1] 25 Prozent der BeschĂ€ftigten in Deutschland mindestens teilweise von Zuhause aus - in manchen TĂ€tigkeitsfeldern des Dienstleistungssektors sind es sogar 70 Prozent [2]. Dass mobiles Arbeiten ein fester Bestandteil der Arbeitswelt bleiben wird, darĂŒber sind sich 98 Prozent der Befragten des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023 einig. 63 Prozent gehen davon aus, dass der FlĂ€chenbedarf pro Arbeitsplatz sinken wird, die Mehrheit darunter erwartet eine FlĂ€chenreduktion von 21 bis 30 Prozent. 82 Prozent nutzen bereits ein Desk-Sharing-Prinzip im Unternehmen - das sind 16 Prozent mehr als in der Vorjahres-Umfrage und ein deutlicher Anstieg zu 2021, wo die Nutzung lediglich bei 52 Prozent lag.
Tausche FlÀche gegen QualitÀt
Ungenutzte BĂŒroflĂ€chen sind teuer - zahlreiche Unternehmen haben deshalb bereits reagiert: "Beispielsweise werden zwei oder mehr separate B-Lagen aufgegeben und an einer kleineren A-Lage zusammengefĂŒhrt, um einen attraktiveren Standort zu schaffen", weiĂ Sven Mylius, Associate Partner und Experte fĂŒr New Work-Konzepte bei der Drees & Sommer SE. Die diesjĂ€hrigen Umfrageergebnisse bekrĂ€ftigen die Relevanz des BĂŒros als moderne Arbeitsumgebung, die nicht nur funktional gestaltet ist, sondern vor allem soziale Begegnungen und kollaboratives Arbeiten unterstĂŒtzt. AnlĂ€sse fĂŒr den Gang ins BĂŒro sind insbesondere die direkte Kommunikation mit Kund:innen und Kolleg:innen, formelle und informelle Besprechungen sowie Teamarbeit.
Menschen gehen wegen Menschen ins BĂŒro
Wie sich bereits in den Umfrageergebnissen des vergangenen Jahres herauskristallisiert hat, nutzen Mitarbeitende, die zwei bis drei Tage pro Woche mobil arbeiten können, diese Möglichkeit auch. Mitarbeitende, die diese Möglichkeit an vier bis fĂŒnf Tagen pro Woche haben, arbeiten in der Regel jedoch trotzdem nur an drei Tagen pro Woche mobil - sie gehen also freiwillig ins BĂŒro. "Eine gute Balance zwischen persönlichem Austausch im BĂŒro und der FlexibilitĂ€t von Remote Work ermöglicht es Mitarbeitenden, ihre Zeit selbst einzuteilen und dort zu arbeiten, wo sie am produktivsten sind. Das erfordert RĂ€umlichkeiten, die bei unterschiedlichen TĂ€tigkeiten unterstĂŒtzen sowie eine FĂŒhrung, die auf Offenheit, Vertrauen und Kommunikation basiert", erklĂ€rt Arbeitswelten-Experte Sven Mylius.
In Zukunft immer wichtiger: Health and Wellbeing
Zudem gewinnt das Thema Gesundheit und Wohlbefinden (englisch "Health and Wellbeing") an Relevanz. Arbeitnehmende suchen ein Arbeitsumfeld, das ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördert - angefangen bei der FlexibilitĂ€t des Arbeitsmodells, ĂŒber Architektur und Gestaltung der RĂ€umlichkeiten bis hin zu FĂŒhrung, Kommunikation und Unternehmenskultur. Diese Themen sind eng miteinander verknĂŒpft und bilden die Grundlage fĂŒr ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld. 82 Prozent der Befragten erachten das Thema Health and Wellbeing zukĂŒnftig als wichtig bis sehr wichtig.
Gleichzeitig setzen die Unternehmen das Thema noch nicht ausreichend in ihrer FĂŒhrung und Strategie um. Es bedarf konkreter Zahlen, um dem Topmanagement die Bedeutung von Health and Wellbeing aufzuzeigen. Beispielsweise lassen sich mittels eines Health and Wellbeing Scorings weiche Faktoren wie Gesundheit und Wohlbefinden messen und MaĂnahmen zur Steigerung von Health and Wellbeing mit wirtschaftlichen Kennzahlen wie ProduktivitĂ€t, Fluktuation oder Mitarbeitendenbindung hinterlegen.
Junge Generation fordert FlexibilitÀt, Ausstattung und Kultur
"Eine der bemerkenswertesten VerĂ€nderungen in der Arbeitswelt ist die Integration der nĂ€chsten Generation in das Arbeitsleben. Sie bringt eine einzigartige Perspektive und eine Reihe bestimmter Erwartungen an Arbeitgeber und BĂŒrokonzepte mit", berichtet Sven Mylius. Dazu zĂ€hlen neben mehr FlexibilitĂ€t und Desk-Sharing auch die Identifikation mit dem BĂŒro, DiversitĂ€t und Teambuilding. 38 Prozent der Befragten nehmen durch die neue Generation bereits eine VerĂ€nderung in ihren BĂŒrokonzepten wahr oder erwarten diese fĂŒr die Zukunft. "Unternehmen, die auf FlexibilitĂ€t, rĂ€umliche Ausstattung und Kultur Wert legen, zĂ€hlen zu den Vorreitern und schaffen sich eine hohe ArbeitgeberattraktivitĂ€t bei jungen und zukĂŒnftigen Mitarbeitenden", resĂŒmiert Mylius.
Bewusstsein fĂŒr New Work wĂ€chst
Insgesamt wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr die VerĂ€nderung der Arbeitswelt. 91 Prozent der Teilnehmenden halten es fĂŒr sehr relevant, eine Strategie fĂŒr den zukĂŒnftigen Umgang mit New Work Spaces zu haben. Von diesen Teilnehmenden haben 45 Prozent bereits eine fertige Strategie entwickelt, die in ihre Unternehmensstrategie passt. "Auch wenn andere Orte das BĂŒro als Arbeitsort ergĂ€nzen, bleibt es zukunftsfĂ€hig. Dabei kommt es nicht auf die GröĂe der FlĂ€che, sondern in erster Linie auf deren QualitĂ€t und Lage an. Das BĂŒro der Zukunft ist ein Mitarbeitermagnet durch Mehrwert, Freiwilligkeit und intrinsische Motivation", fasst Sven Mylius zusammen. "Eine attraktive, bedarfsgerechte, technisch optimierte und gesunde Arbeitsumgebung fördert die Bindung der Mitarbeitenden an das BĂŒro und damit an das Unternehmen."
Ăber den Workspace Benchmark Report 2023:
In einer anonymen Umfrage wurden im August und September 2023 insgesamt 181 Personen aus verschiedenen Unternehmen und rund 20 unterschiedlichen Branchen befragt. 37 Prozent davon stammen aus Unternehmen mit mehr als 1.500 Mitarbeitenden, 31 Prozent aus dem Mittelstand mit 201 bis 1.500 Mitarbeitenden und die ĂŒbrigen 32 Prozent reprĂ€sentieren kleine Firmen mit 50 bis 200 Mitarbeitenden. 80 Prozent der Teilnehmenden arbeiten in den Branchen Automotive, Industrie, Information and Communication Technology (ICT), öffentliche Verwaltung und Property Companies. Der Workspace Benchmark Report steht hier zum Download bereit: https://www.dreso.com/de/workspace-benchmark-report
[1] https://www.ifo.de/DocDL/sd-2023-10-alipour-homeoffice.pdf
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