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Swiss Air baut Verwaltung ab: 10 Prozent der Stellen fallen weg

10.05.2026 - 06:32:48 | boerse-global.de

Swiss streicht rund zehn Prozent der Verwaltungsstellen. Der Stellenabbau soll durch freiwillige Abgänge und finanzielle Anreize erfolgen.

Swiss Air baut Verwaltung ab: 10 Prozent der Stellen fallen weg - Foto: über boerse-global.de
Swiss Air baut Verwaltung ab: 10 Prozent der Stellen fallen weg - Foto: über boerse-global.de

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss reagiert auf wachsenden Kostendruck und kündigt einen Stellenabbau in der Verwaltung an. Rund jeder zehnte administrative Posten soll verschwinden – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen.

CEO Jens Fehlinger kündigte das Vorhaben in einem Interview an. Ziel sei es, die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Tochter der Lufthansa Group setzt dabei auf freiwillige Abgänge und finanzielle Anreize. Konkret sollen Mitarbeiter einen Teil ihres Grundgehalts ausgezahlt bekommen, wenn sie unbezahlten Urlaub nehmen oder selbst kündigen.

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Vom Kabinenpersonal zur Chefetage

Bisher konzentrierten sich die Sparmaßnahmen vor allem auf das operative Personal. Erst im März 2026 hatte die Airline ein Überangebot von 300 bis 400 Flugbegleitern festgestellt – bei rund 4.500 Beschäftigten in der Kabine. Grund waren nicht etwa fehlende Passagiere, sondern technische Probleme: Probleme mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken legten Teile der A220- und A320neo-Flotten lahm. Zudem fehlte es an Piloten, um das volle Flugprogramm abzudecken.

Für betroffene Flugbegleiter bot Swiss eine Abfindung von 15.000 Schweizer Franken (rund 15.500 Euro) für Vollzeitkräfte an. Die Frist für Anträge endete Ende April, die Austritte sollen bis Ende August erfolgen. Neben Einmalzahlungen führte die Airline flexible Modelle wie verlängerten unbezahlten Urlaub oder „Study & Fly“-Angebote für Studenten ein.

Hintergrund: Lufthansa-Konzern strafft Strukturen

Die Verwaltungsreduktion ist Teil des konzernweiten Programms „Matrix Next Level“. Seit Herbst 2025 zentralisiert die Lufthansa Group Schlüsselfunktionen wie Netzplanung, Vertrieb und Vielfliegerprogramme am Frankfurter Hauptsitz. Das hat direkte Folgen für die Schweizer Verwaltung: Wo früher eigenständige Entscheidungen getroffen wurden, sitzt heute die Konzernzentrale.

Konzernchef Carsten Spohr will bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen in allen Tochtergesellschaften streichen. Das Ziel: eine operative Marge von acht bis zehn Prozent bis Ende des Jahrzehnts. Swiss kämpft dabei um Eigenständigkeit – etwa beim Bordservice und der Kabinengestaltung –, muss aber bei Streckenplanung und Preisgestaltung Abstriche machen.

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Wirtschaftliche Lage: Profitabel, aber unter Druck

Die Zahlen der Swiss zeigen ein gemischtes Bild. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete die Airline ein operatives Ergebnis von rund 502 Millionen Schweizer Franken – ein Rückgang von über 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. CEO Fehlinger räumte ein, dass Wettbewerber höhere Gewinnmargen erzielten.

Gleichzeitig investiert die Fluggesellschaft massiv: Rund eine Milliarde Franken fließen jährlich in die Flottenerneuerung, darunter die Einführung des Airbus A350-900 für die Langstrecke. Diese Investitionen erfordern konstante Renditen – die durch die hohen Verwaltungskosten gefährdet schienen.

Ausblick: Bis 2027 soll sich alles normalisieren

Die Swiss rechnet nicht vor Anfang 2027 mit einer vollständigen Stabilisierung des Personalbestands. Die Triebwerksreparaturen ziehen sich hin, und die Ausbildung neuer Piloten braucht Zeit. Für die Verwaltung hängt der Erfolg der Stellenreduktion davon ab, wie viele Mitarbeiter die freiwilligen Angebote bis zum Sommer annehmen.

Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, droht erneuter Druck aus Frankfurt. Bisher zeigt sich das Management jedoch zuversichtlich, die Zehn-Prozent-Marke ohne Zwangsmaßnahmen zu erreichen. Die Herausforderung: den Premium-Status der Airline zu wahren, während sie sich in eine schlankere, digitalisierte Tochter des größten europäischen Luftfahrtkonzerns verwandelt.

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