Taiwan will Chip-Lieferketten sicherer machen
09.09.2025 - 08:11:06Der ostasiatische Inselstaat Taiwan setzt angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen auf mehr Kooperation fĂŒr robuste Lieferketten im Halbleiterbereich. «Taiwan ist ein zuverlĂ€ssiger Partner, und mit unserer technologischen Basis und unserem kooperativen Geist werden wir mit demokratischen Partnern weltweit zusammenarbeiten», sagte PrĂ€sident Lai Ching-te vor Eröffnung der Halbleitermesse Semicon in der Hauptstadt Taipeh.
Der rasante Fortschritt bei KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) habe zudem den globalen Wettbewerb verschĂ€rft, sagte Lai. «Kein einzelnes Land kann diese Herausforderungen allein bewĂ€ltigen», betonte er. Lai verwies auf Taiwans wachsende PrĂ€senz in der Hightech-Industrie und auf Investitionen in den USA, Europa, Japan und SĂŒdostasien.Â
Enge Verbindungen nach Sachsen
In Dresden etwa baut Taiwans Chip-Gigant TSMC mit Bosch, Infineon und NXP eine Halbleiterfabrik. Das erste europÀische Chipwerk der Taiwaner soll auch europÀische Lieferkette widerstandsfÀhiger machen. Denn Taiwan, welches von China als Teil seines Territoriums angesehen wird, liegt an einer wichtigen Seefahrtroute. Ein Konflikt in der Region hÀtte gravierende Auswirkungen auf globale Lieferketten.
FĂŒr Taiwan kĂŒndigte Lai Investitionen von mehr als 100 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 2,8 Mrd. Euro) an, um etwa KI-Infrastruktur zu verbessern. Taiwan wolle Forschung in den Bereichen Quantencomputing oder Robotik priorisieren, aber auch internationale Firmen anlocken, die Forschungs- und Entwicklungszentren auf der unabhĂ€ngig regierten Insel einrichten.
Die Semicon ist eine jĂ€hrliche Messe fĂŒr Halbleitertechnologie. In diesem Jahr erwarten die Organisatoren 1.200 Unternehmen aus 56 LĂ€ndern. Im deutschen Pavillon stellen 18 Firmen ihre Produkte aus den Bereichen Fertigung, Verpackung, Nachhaltigkeit, PrĂ€zisionssensoren aus. Erwartet wird auch der sĂ€chsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD).


