Tankrabatt, Energiesteuer

Tankrabatt ab 1. Oktober: Energiesteuer sinkt drei Monate um 14,04 Cent

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Gesetz senkt die Energiesteuer befristet; an Tankstellen kann die Entlastung verzögert eintreffen und ist nicht vollständig sicher.

Tankrabatt ab Oktober beschlossen: Energiesteuer sinkt drei Monate
Eine industrielle Ölraffinerie bei Dämmerung mit hohen Destillationstürmen und Rohrleitungen vor einem blauen Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Mit der Unterzeichnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an einem Freitag hat das Gesetz zum befristeten Tankrabatt die letzte parlamentarische Hürde genommen. Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat der befristeten Senkung der Energiesteuer zugestimmt.

Im Bundestag votierten 434 Abgeordnete für die Maßnahme, 128 stimmten dagegen. Die Regelung tritt am 1. Oktober 2026 um Mitternacht in Kraft und gilt für eine Dauer von drei Monaten bis zum 31. Dezember 2026.

Gesetzliche Umsetzung und finanzielle Reichweite

Die gesetzliche Vorgabe sieht vor, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für den dreimonatigen Zeitraum um 14,04 Cent je Liter zu senken. Unter Berücksichtigung des Mehrwertsteuereffekts ergibt sich eine rechnerische Entlastung von 16,7 Cent je Liter; der Bundesrat bezifferte die mögliche Bruttoentlastung auf bis zu rund 17 Cent je Liter.

Nach Angaben der Bundesregierung belaufen sich die erwarteten Steuermindereinnahmen auf insgesamt 2,485 Milliarden Euro, die zur Hälfte von den Bundesländern getragen werden.

Für die Länder bedeutet dies Mindereinnahmen von 1,25 Milliarden Euro. Neben dem Ausfall bei der Energiesteuer von 2,485 Milliarden Euro veranschlagt das Gesetzgebungsverfahren zunächst Mindereinnahmen bei der Umsatzsteuer von 293 Millionen Euro.

Für Verbraucher hängt die tatsächliche Ersparnis von der Abgabemenge ab. Bei einer vollständigen Weitergabe an den Tankstellen beläuft sich die Entlastung auf rund 5,01 Euro für 30 Liter, 6,68 Euro für 40 Liter, 8,35 Euro für 50 Liter und 10,02 Euro für 60 Liter.

Basierend auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes, wonach ein durchschnittliches Auto etwa 900 Kilometer im Monat zurücklegt, errechnet sich bei einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern pro 100 Kilometer über den Gesamtzeitraum von drei Monaten eine Ersparnis zwischen 32 und 36 Euro.

Weitergabe an den Zapfsäulen und Zeitverzögerung

Die Steuersenkung greift administrativ für Kraftstoffmengen, die ab dem 1. Oktober nach Mitternacht Raffinerien oder Großtanklager verlassen. Kraftstoff, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den Lagertanks der Tankstellen befindet, profitiert nicht unmittelbar von dem Steuervorteil.

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Ein Sprecher des ADAC wies darauf hin, dass es ein bis zwei Tage dauern könne, bis günstigere Einkaufspreise an den Zapfsäulen ankommen, und eine vollständige Weitergabe nicht garantiert sei. Bereits bei früheren Rabatten im Jahr 2022 und wenige Monate zuvor zogen die Preise nach dem Start rasch wieder an.

Nach Angaben der Bundesregierung kamen frühere Steuersenkungen im Mai und Juni 2026 dennoch weitgehend bei den Verbrauchern an. Laut Berechnungen des ifo-Instituts wurden im Mai 2026 durchschnittlich 16 Cent je Liter bei Super E5, 15 Cent bei E10 und 12 Cent bei Diesel weitergegeben.

Marktkontext und künftige Entlastungspläne

Hintergrund der staatlichen Intervention sind stark gestiegene Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges, der Rohöl- und Treibstoffexporte aus der Golfregion beeinträchtigt und zu fehlenden Raffineriekapazitäten führt.

Am Rohstoffmarkt kletterte der Preis für Brent-Rohöl zeitweise um 4,1 Prozent auf 108,65 US-Dollar je Barrel, während WTI um 4,2 Prozent auf 96,31 US-Dollar je Barrel zulegte. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar lagen die bundesweiten ADAC-Durchschnittspreise bei 1,78 Euro je Liter für E10 und 1,75 Euro für Diesel. Zuletzt stiegen diese Werte auf 2,28 Euro für E10 und 2,43 Euro für Diesel.

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Der ADAC rechnet damit, dass günstigere Einkaufspreise erst ein bis zwei Tage nach dem Start an den Zapfsäulen ankommen — und eine vollständige Weitergabe ist nicht sicher. Mit der richtigen Checkliste erkennen Sie sofort, ob Ihre Tankstelle den Rabatt wirklich weitergibt. Checkliste zur Weitergabe jetzt sichern

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke forderte über den aktuellen Rabatt hinausgehende Maßnahmen und verwies dabei auf Preisdeckelungen im benachbarten Ausland. Die Bundesregierung plant für spätestens ab dem 1. Januar 2027 Gespräche über einen befristeten, krisenbedingten Spritpreisdeckel, vor dessen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit die Mineralölbranche warnt.

Zudem werden für Anfang 2027 Direktzahlungen von 150 bis 300 Euro pro Kopf geprüft; deren konkrete Ausgestaltung ist offen, da dem Bundeszentralamt für Steuern erst rund ein Fünftel der erforderlichen Kontoverbindungen vorliegt.

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