Tankrabatt-Ende, Diesel

Tankrabatt-Ende: Diesel sprang um 24 Cent, E10 um 20,3 Cent

02.07.2026 - 16:31:49 | boerse-global.de

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates befürwortet einen staatlichen Höchstpreis für Benzin und Diesel. Das Plenum entscheidet im Juli.

Bundesrat stimmt für staatlichen Preisdeckel bei Kraftstoffen
Tankrabatt-Ende - Eine Zapfpistole mit einem digitalen Display, das einen gedeckelten Preis anzeigt. Im Hintergrund ist ein Gebäude des Bundesrates zu sehen. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates hat am Mittwoch für die Einführung eines staatlichen Preisdeckels bei Kraftstoffen gestimmt. Die Initiative aus dem Saarland soll die Margen der Mineralölkonzerne begrenzen und verbraucherfreundliche Preise sichern. Vorbild ist das Modell in Luxemburg, wo der Staat Höchstpreise für Treibstoff festlegt.

Nächster Schritt im Juli

Nach der Zustimmung im Fachausschuss berät das Plenum des Bundesrates am 10. Juli 2026 über den Vorstoß. Die Initiative reagiert auf das Auslaufen des Tankrabatts, der am 1. Juli um Mitternacht endete. Ziel der Befürworter: Nach dem Wegfall der Steuersenkung sollen unverhältnismäßige Preisgestaltungen an den Tankstellen verhindert werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert nach dem Ende der Maßnahme weitere Entlastungen. Sie verlangt neben dem Preisdeckel auch direkte Gespräche mit den Mineralölkonzernen und eine Steuerreform für kleinere und mittlere Einkommen. Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze bewertet den ausgelaufenen Tankrabatt dagegen als Erfolg.

1,6 Milliarden Euro für wenige Cent

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Der Tankrabatt kostete in den Monaten Mai und Juni rund 1,6 Milliarden Euro. Die Steuersenkung betrug rechnerisch etwa 17 Cent pro Liter. Laut RWTH Aachen sparten Durchschnittsverdiener monatlich 10 bis 15 Euro – einkommensschwache Haushalte dagegen nur 3 bis 4 Euro.

Das Bundeskartellamt und das Ifo-Institut übten scharfe Kritik. Kartellamtschef Andreas Mundt stellte Ende Juni fest: Die Steuersenkung wurde nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Eine Ifo-Studie belegt: Bei Diesel kamen von möglichen 16,7 Cent nur rund 12 Cent an – eine Quote von etwa 73 Prozent. Das Kartellamt leitete Verfahren gegen zwölf Raffinerie-Eigner ein.

Preissprünge zum Stichtag

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Schon am 30. Juni meldete der ADAC deutliche Preissteigerungen. Der Automobilclub betonte: Die Rohölpreise rechtfertigten diese Entwicklung nicht. Diesel verteuerte sich an diesem Tag um durchschnittlich 24 Cent, E10 um 20,3 Cent pro Liter.

Am 1. Juli, dem ersten Tag ohne Rabatt, stiegen die Preise weiter. E10 legte um weitere 13,4 Cent zu, Diesel um 15,6 Cent. Marktbeobachter registrierten einen auffälligen Mittagssprung: Rund 90 Prozent der Anhebungen erfolgten zwischen 11:50 und 12:10 Uhr. Die Monopolkommission stellte fest: In der Schlussphase des Rabatts lag die tatsächliche Weitergabe der Steuervorteile nur noch zwischen 7 und 11 Cent.

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