Tankrabatt endet: Spritpreise steigen um 16,7 Cent ab Juli
30.06.2026 - 05:51:29 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli gilt wieder der reguläre Energiesteuersatz – mit spürbaren Folgen für Autofahrer. Branchenexperten rechnen mit einem deutlichen Preissprung an den Zapfsäulen.
Die Maßnahme war als Entlastung wegen der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts eingeführt worden. Den Bund kostete sie schätzungsweise 1,6 Milliarden Euro.
16,7 Cent mehr pro Liter
Mit dem Ende der Steuererleichterung steigt die Belastung pro Liter Kraftstoff inklusive Mehrwertsteuer um 16,7 Cent. Marktbeobachter erwarten, dass dieser Preissprung vor allem am 1. Juli gegen Mittag sichtbar wird. Hintergrund ist die sogenannte 12-Uhr-Regel, nach der Tankstellen ihre Preise häufig zu diesem Zeitpunkt anpassen.
Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: Die Rohölpreise sind zuletzt gesunken. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird derzeit zwischen 72 und 77 US-Dollar gehandelt. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Spritpreise vorerst unter der Marke von zwei Euro bleiben könnten.
Mineralölkonzerne in der Kritik
Das Ifo-Institut hat die Wirksamkeit des Tankrabatts untersucht – mit gemischten Ergebnissen. Bei Superbenzin wurde die Steuersenkung demnach nahezu vollständig an die Kunden weitergegeben. Bei Diesel sah das anders aus: Nur rund 73 Prozent des Rabatts kamen bei den Autofahrern an. Das entspricht einer Entlastung von 12 statt 16,7 Cent pro Liter.
Auch die Monopolkommission übt Kritik. Schätzungsweise 100 bis 200 Millionen Euro der staatlichen Subvention seien nicht bei den Verbrauchern gelandet, sondern in der Wertschöpfungskette hängen geblieben.
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Der Bundesverband freier Tankstellen (bft) weist diese Vorwürfe zurück und bezeichnet die Methodik der Untersuchungen als nicht zielführend. Der Branchenverband en2x betont dagegen, die Senkung sei vollständig weitergereicht worden.
Was Autofahrer jetzt tun können
Der ADAC beobachtete in den vergangenen Tagen leichte Preisrückgänge. Am 25. Juni lag der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 bei 1,833 Euro, für Diesel bei 1,751 Euro. Verbraucherschützer und Automobilclubs empfehlen, die Tanks noch vor dem Monatswechsel zu füllen.
Politische Reaktionen
Das Ende der Maßnahme sorgt für unterschiedliche Stimmen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert weitere Entlastungen – etwa Preisdeckel nach internationalem Vorbild oder Steuerreformen für kleine und mittlere Einkommen.
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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bewertet den Rabatt rückblickend positiv. Für die Zukunft setzt er auf sinkende Weltmarktpreise.
Die Verbraucherzentralen warnen derweil vor einer anderen Gefahr: Mineralölkonzerne könnten das Ende des Rabatts für zusätzliche Gewinnmitnahmen nutzen.
