Tarifkonflikt, Baden-Württemberg

Tarifkonflikt Baden-Württemberg: Fünfter Streik bei SWU mobil am 19. Juni

16.06.2026 - 04:10:07 | boerse-global.de

Verdi ruft zu fünftem Warnstreik bei SWU mobil in Ulm auf. Parallel legten Klinik-Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Fronten bleiben verhärtet.

Verdi kündigt neuen Warnstreik in Ulm an: Nahverkehr betroffen
Tarifkonflikt - Leere Straßenbahnschienen und eine verlassene Bushaltestelle in Ulm bei bewölktem Himmel, symbolisch für einen Streik im Nahverkehr. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag (19. Juni) einen weiteren Warnstreik bei der SWU mobil in Ulm angekündigt. Parallel dazu endete am Dienstag ein zweitägiger Arbeitskampf an den vier Universitätskliniken des Landes.

Fünfter Streik im Nahverkehr

Es ist die fünfte Arbeitsniederlegung bei SWU mobil in diesem Tarifkonflikt. Busse und Bahnen in Ulm werden weitgehend ausfallen. Betroffen sind 173 Beschäftigte bei SWU mobil sowie 60 Mitarbeiter bei SWU Verkehr.

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Die Gewerkschaft fordert eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, einen Nahverkehrszuschlag von 5 Prozent und eine Lehrfahrerzulage von 10 Euro. Grund für den erneuten Streik: Das Angebot der Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde war aus Verdi-Sicht unzureichend.

OP-Säle blieben kalt

Schon am Montag und Dienstag legten rund 1.500 Beschäftigte an den Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen die Arbeit nieder. Die Folge: Operationssäle blieben geschlossen, Betten konnten nicht belegt werden. Die Notfallversorgung sei aber jederzeit gesichert gewesen, betonten die Kliniken. In Tübingen gab es eine Kundgebung.

Verdi fordert für die Klinik-Beschäftigten 7,5 Prozent mehr Entgelt, mindestens 320 Euro pro Monat. Azubis und Praktikanten sollen 250 Euro mehr und ein Deutschlandticket erhalten. Die Arbeitgeberseite (AGU) legte in der ersten Verhandlungsrunde kein eigenes Angebot vor – und kündigte zudem einen bestehenden Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag.

Fronten verhärtet

Udo Kaisers von der Arbeitgeberseite bezeichnet die Forderungen als „unmöglich umsetzbar“. Das Uniklinikum Tübingen rechnet mit Mehrbelastungen von rund 40 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Für 2026 erwartet die Klinik ein Defizit von 10 Millionen Euro. Die nächste Verhandlungsrunde für die Unikliniken ist für Mittwoch (17. Juni) angesetzt.

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Droht nun auch noch Stellenabbau? Verdi warnt vor Kündigungen bei Busunternehmen der SWEG – unter anderem in Wiesloch, Weil am Rhein und Offenburg. Hintergrund sind Neuausschreibungen von Linienbündeln. Rund 200 Busfahrer fürchten um ihre Tarifansprüche. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifsozialplan und einen Überleitungstarifvertrag. Das Unternehmen verspricht sozialverträgliche Lösungen und interne Perspektiven.

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