Tarifkonflikt, Einzelhandel

Tarifkonflikt Einzelhandel: ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn

03.06.2026 - 23:48:59 | boerse-global.de

Verdi verschärft den Tarifkonflikt mit Warnstreiks im Einzel- und Großhandel. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten deutlich weniger.

Tarifkonflikt Einzelhandel: ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn - Bild: über boerse-global.de
Tarifkonflikt Einzelhandel: ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn - Bild: über boerse-global.de

di verschärft den Druck auf die Arbeitgeber. Für Donnerstag und Freitag dieser Woche sind flächendeckende Warnstreiks im Einzelhandel, Groß- und Außenhandel angekündigt. Die Gewerkschaft will damit die festgefahrenen Tarifverhandlungen wieder in Bewegung bringen.

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Kundgebungen von Kiel bis Saarbrücken

Die geplanten Arbeitsniederlegungen werden von koordinierten Aktionen in mehreren deutschen Städten begleitet. Eine zentrale Demonstration findet am Donnerstag in Kiel statt. Am Freitag verlagert sich der Schwerpunkt auf Großkundgebungen in Berlin, Erfurt, Bochum und Saarbrücken.

Auch lokal wird gestreikt: In Osnabrück ruft ver.di für Donnerstag zu einem Warnstreik in der Innenstadt auf – zeitgleich mit einem regionalen Feiertag. Bereits Mitte Mai hatten mehr als 5.000 Beschäftigte an über 200 Standorten die Arbeit niedergelegt, darunter Filialen von Edeka, Kaufland, Douglas, H&M und Ikea.

Arbeitgeber bieten zu wenig – Gewerkschaft fordert sieben Prozent

Der Konflikt dreht sich um die deutlich auseinanderklaffenden Positionen. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro monatlich – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Region Berlin-Brandenburg verlangt die Gewerkschaft zudem einen strukturellen Mindestlohn von 14,90 Euro pro Stunde sowie 150 Euro mehr für Auszubildende.

Die Arbeitgeber liegen mit ihren Angeboten weit darunter:

  • Einzelhandel NRW und Hamburg: 24 Monate Laufzeit, zwei Prozent ab November 2026, weitere 1,5 Prozent ab August 2027.
  • Großhandel: 3,4 Prozent über 24 Monate.
  • Berlin und Brandenburg: Sechs Monate Nullrunde, dann zwei Prozent (rund 63 Euro für einen Beschäftigten im siebten Jahr), später weitere 1,5 Prozent (rund 49 Euro).

Die regionalen Angebote für Berlin und Brandenburg bezeichnete die Gewerkschaft Anfang der Woche als Provokation und lehnte sie ab. Während die Friedenspflicht in Berlin bereits ausgelaufen ist, gilt sie in Brandenburg noch bis zum 30. Juni.

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Milliardengewinne auf der einen, knappe Kassen auf der anderen Seite

Ver.di begründet die Forderungen mit der wirtschaftlichen Lage der Branche. Nach Gewerkschaftsberechnungen erzielte der Einzelhandel zuletzt Gewinne von rund 25 Milliarden Euro, der Großhandel sogar von etwa 58 Milliarden Euro.

Der Handelsverband HDE sieht dagegen nur begrenzten finanziellen Spielraum. Negative Auswirkungen auf die Kunden erwartet der Verband trotz der Streiks nicht.

Die nächste Tarifverhandlungsrunde für den Einzelhandel in Berlin-Brandenburg ist für den 23. Juni angesetzt. Ob es bis dahin zu einer Einigung kommt, ist fraglich – die Fronten sind verhärtet.

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