Tarifverhandlungen: 50Hertz-Beschäftigte fordern 6,5% ab Juli
20.06.2026 - 21:03:34 | boerse-global.de
E.On-Vorstand Marc Spieker kündigt an: Die Strompreise des Konzerns bleiben im kommenden Jahr stabil. Die Ankündigung kommt nicht zufällig.
Denn parallel wächst der Druck auf die Renditen der konzerneigenen Verteilnetzbetreiber. Eine aktuelle Studie des Bündnisses Neue Energiewirtschaft (BNE) bescheinigt ihnen eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von über 30 Prozent.
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Rendite von 45 Prozent bei Westnetz
Besonders brisant: Die E.On-Tochter Westnetz soll 2024 eine Rendite von rund 45 Prozent erzielt haben. Auch Bayernwerk Netz kam auf 38 Prozent. Die Regulierungsbehörden halten dagegen drei bis sieben Prozent für angemessen.
Branchenexperten beziffern das jährliche Einsparpotenzial bei marktüblichen Renditen auf bis zu drei Milliarden Euro. Eine Senkung der Netzentgelte wird daher diskutiert.
Standardisierte Netzanschlüsse für Batteriespeicher
E.On treibt gleichzeitig die Energiewende voran. Bis Jahresende plant der Konzern den bundesweiten Rollout von standardisierten flexiblen Netzanschlussverträgen (FCA) für Batteriespeicher. Getestet wurde das Modell bereits erfolgreich in Schleswig-Holstein.
Die E.On-Verteilnetzbetreiber decken rund 65 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Derzeit liegen Anfragen für Speicherkapazitäten von über 500 Gigawatt vor. Anschlusszusagen für 25 Gigawatt sind bereits in der Pipeline.
Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) begrüßt die Initiative grundsätzlich. Er fordert jedoch einen intensiveren Branchendialog – um pauschale Beschränkungen für Speicherbetreiber zu vermeiden.
Tarifverhandlungen: Erfolg und Stillstand
Während E.On die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2026 klärt, läuft es bei anderen Energieakteuren holprig. Die Tarifverhandlungen für die rund 2.500 Beschäftigten des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz in Berlin endeten Mitte Juni ohne Ergebnis.
Die IGBCE lehnte ein Arbeitgeberangebot mit stufenweisen Erhöhungen und Einmalzahlungen ab. Die Gewerkschaft beharrt auf 6,5 Prozent mehr. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 1. Juli 2026 angesetzt.
Besser läuft es beim Automobilzulieferer Aumovio. IG Metall und Unternehmensführung einigten sich auf ein Eckpunktepapier für einen Zukunftstarifvertrag. Die Vereinbarung soll rund 1.200 Arbeitsplätze am Standort Villingen sichern.
In anderen Branchen hingegen wird gestreikt. Im Einzelhandel und beim öffentlichen Rundfunk kam es in den letzten Tagen zu massiven Warnstreiks. Die Vorstellungen über Gehaltssteigerungen und Laufzeiten liegen weit auseinander.
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E.On-Aktie unter Druck
An der Börse notierte die E.On-Aktie zuletzt bei 18,15 Euro – ein leichter Abschlag. Das 52-Wochen-Hoch lag im März 2026 bei über 20 Euro. Im ersten Quartal 2026 wies der Konzern einen Gewinn je Aktie von 0,85 Euro aus.
Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 13,5 Prozent auf 21,82 Milliarden Euro. Die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 werden für Mitte August erwartet.
