Tech-Giganten: Amazon und Google melden Rekord-Emissionen durch KI-Boom
04.07.2026 - 21:17:46 | boerse-global.de
Amazon und Google melden Rekord-Emissionen.
Amazon: 80 Millionen Tonnen CO2 – ein neuer Höchststand
Amazon stieß im Geschäftsjahr 2025 satte 80,85 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus. Das ist ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr – der stärkste Anstieg seit Beginn der Messungen. Haupttreiber: die Rechenzentren. Allein im vierten Quartal baute der Konzern weltweit Kapazitäten von über 1,2 Gigawatt auf. Branchenbeobachter sprechen von einem Rekordwert.
Die strombedingten Emissionen legten um 34 Prozent zu. Amazon betont zwar, den gesamten Energiebedarf bilanziell bereits im dritten Jahr aus erneuerbaren Quellen zu decken. Doch die CO2-Intensität stieg um drei Prozent. Das Ziel: bis 2040 komplett klimaneutral. Dafür setzt der Konzern unter anderem auf kleine modulare Kernreaktoren und eine elektrische LKW-Flotte.
Google: Emissionen fast verdoppelt seit 2019
Auch Google kämpft mit den Folgen des KI-Booms. Die Emissionen stiegen 2025 auf 18,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – ein Plus von 19 Prozent. Seit 2019 hat sich der Fußabdruck damit fast verdoppelt. Das Ziel, die Emissionen bis 2030 zu halbieren, rückt in weite Ferne.
Der Strombedarf des Konzerns lag bei 44 Terawattstunden. Der Wasserverbrauch für die Kühlung schoss um 33 Prozent auf knapp 41,14 Milliarden Liter hoch. Google schloss Verträge über mehr als 12 Gigawatt saubere Energie ab und investiert in Geothermie und Kernkraft. Doch die Scope-3-Emissionen – sie machen rund 80 Prozent des gesamten Fußabdrucks aus – bleiben durch den Bau neuer Datenzentren und Lieferketten massiv belastet.
Während Tech-Giganten die Infrastruktur für KI massiv ausbauen, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den nötigen Überblick über alle Fristen, Pflichten und Risikoklassen des neuen EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Jetzt kostenloses E-Book sichern
Die ganze Branche steht unter Druck
Der KI-Trend betrifft die gesamte Tech-Welt. Allianz Research prognostiziert, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln könnte – von rund 515 Terawattstunden im Jahr 2025. SAP reagiert bereits: Der Softwarekonzern kürzt Stellen außerhalb des KI-Kernbereichs und streicht Reisekosten, um Mittel für Cloud-Kapazitäten und KI-Spezialisten freizumachen.
Gleichzeitig verschärft sich der regulatorische Rahmen. Die EU hat zwar die verpflichtenden Datenpunkte in der Nachhaltigkeitsberichterstattung um bis zu 70 Prozent reduziert, um Kosten zu senken. Doch am 27. September 2026 tritt eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft. Sie soll irreführende Umweltaussagen unterbinden und verlangt für Klimaneutralitäts-Versprechen strenge Nachweise.
Die neuen Regeln für KI-Systeme stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen, insbesondere was die Risikodokumentation betrifft. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Anforderungen die EU-KI-Verordnung stellt und wie Ihre IT- und Rechtsabteilung jetzt reagieren sollte. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen
Ein ungelöstes Problem bleibt die Abwärme aus Rechenzentren. Aktuell werden nur rund zehn Prozent der entstehenden Wärme genutzt. Dabei könnte der Stromverbrauch deutscher Rechenzentren theoretisch den Wärmebedarf von rund zwei Millionen Haushalten decken.
