Teilkrankschreibung, Regeln

Teilkrankschreibung: Neue Regeln für Langzeiterkrankte ab 2027

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 15:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 ermöglicht eine stufenweise Wiedereingliederung den Wiedereinstieg für Langzeitkranke. Strengere bEM-Regeln und steigende Fehlzeiten prägen die Branche.

BGM-Reformen 2027: Teilkrankschreibung und neue Regeln für Arbeitgeber
Geschäftsleute diskutieren auf einem Kongress über betriebliches Gesundheitsmanagement, digitale Transformation und gesetzliche Reformen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gesetzliche Reformen, steigende Fehlzeiten und digitale Innovationen verändern das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) grundlegend. Die Branche stellt sich neu auf.

Teilkrankschreibung kommt 2027

Der Bundestag beschloss am 10. Juli das Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Ab 2027 können gesetzlich Versicherte mit Langzeiterkrankungen schrittweise in den Job zurückkehren. Die Arbeitsunfähigkeit wird dann in Stufen von 25, 50 oder 75 Prozent festgestellt. Voraussetzung: Die Erkrankung – etwa psychische Leiden oder Krebs – dauert länger als vier Wochen.

In den ersten sechs Wochen gibt es volle Lohnfortzahlung. Danach folgt anteiliges Krankengeld.

Strengere Regeln für Krankschreibungen

Ein Koalitionsbeschluss vom 2. Juli sorgte für Diskussionen. Die Regierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen und die Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag einführen. Nach Kritik aus der Fachwelt bleibt es Unternehmen jedoch erlaubt, individuell davon abzuweichen.

Das Bundesarbeitsgericht verschärfte zudem die Anforderungen an das Betriebliche Eingliederungsmanagement (bEM). Ein Urteil vom 7. Mai stellt klar: Nach einer erneuten Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen müssen Arbeitgeber ein neues bEM-Angebot machen. Ein einfacher Einwurf-Einschreiben-Nachweis reicht nicht – vor allem nicht, wenn der Scan vor dem tatsächlichen Einwurf erstellt wurde.

Ältere Beschäftigte fallen länger aus

Anzeige

Wer die neuen Regeln zur Teilkrankschreibung ab 2027 und die verschärften bEM-Anforderungen des BAG-Urteils rechtssicher umsetzen will, findet im kostenlosen Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von der stufenweisen Wiedereingliederung bis zur Prävention von Frühverrentung. Jetzt kostenlosen Umsetzungs-Report anfordern

Der DAK-Gesundheitsreport 2026 zeigt alarmierende Zahlen: 52 Prozent der Beschäftigten über 50 planen den vorzeitigen Ruhestand. Bei Personen mit schlechtem Gesundheitszustand steigt der Wert auf 60 Prozent.

Ältere Arbeitnehmer erkranken seltener, fallen aber länger aus. Unter 50-Jährige kommen auf durchschnittlich 17,4 Fehltage, die Gruppe ab 50 auf 26,9 Tage. Rund 40 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Wertschätzung.

KI und VR im Einsatz

Die Landeshauptstadt Düsseldorf zeigt, wie moderne Lösungen aussehen. Die Stadtverwaltung erhielt am 9. Juli den AOK-Gesundheitspreis für „Innovation & Engagement“. Sie setzt auf KI-gestützte Ergonomie-Coaches, Virtual-Reality-Angebote und hat 300 Ersthelfende für psychische Gesundheit ausgebildet.

Das Unternehmen MIC aus Linz senkte die Krankenstandstage um 25 Prozent unter den Branchenschnitt. Ein Programm nach dem „House of Work Ability“-Modell hilft – mit psychologischer Online-Beratung in 13 Sprachen, Yoga und Fitnesstraining. Die Fluktuationsrate liegt bei 6,6 Prozent, der Branchendurchschnitt bei bis zu 20 Prozent.

Fusion im Krankenkassensektor

Anzeige

Ältere Beschäftigte fallen im Schnitt 26,9 Tage pro Jahr aus – 54 Prozent mehr als unter 50-Jährige. Ohne gezielte Maßnahmen droht vorzeitiger Ruhestand und Fachkräftemangel. Dieser Report zeigt, wie Sie mit dem „House of Work Ability“-Modell die Fehlzeiten senken und Ihre erfahrenen Mitarbeiter halten. Maßnahmen gegen Frühverrentung jetzt sichern

Auch die Sozialversicherungsträger reagieren auf den Druck. Die Verwaltungsräte der BKK Pfalz und der MKK – Meine Krankenkasse beschlossen eine Fusion zum 1. Januar 2027. Der neue Versicherer hat rund 660.000 Mitglieder. Die Genehmigung durch das Bundesamt für Soziale Sicherung steht noch aus.

Der 13. MCC-Kongress Betriebliches GesundheitsManagement am 29. und 30. September in Köln greift diese Entwicklungen auf. Unter der Leitung von Dr. Ute Wiedemann und Prof. Dr. Volker Nürnberg beraten Experten über KI im Arbeitsalltag und Strategien gegen den Fachkräftemangel.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69760779 |