ROUNDUP, Netanjahu

Netanjahu kritisiert bei GesprÀch mit Putin russische Haltung zu Gaza

10.12.2023 - 16:31:38

TEL AVIV/MOSKAU - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat im GesprĂ€ch mit Kremlchef Wladimir Putin Kritik an der russischen Haltung im Gaza-Krieg geĂŒbt.

(Neu: Kommentar des Kremls)

TEL AVIV/MOSKAU (dpa-AFX) - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat im GesprĂ€ch mit Kremlchef Wladimir Putin Kritik an der russischen Haltung im Gaza-Krieg geĂŒbt. Netanjahus BĂŒro teilte am Sonntag mit, der MinisterprĂ€sident habe seine Unzufriedenheit ĂŒber Positionen russischer ReprĂ€sentanten bei den Vereinten Nationen sowie in anderen internationalen Foren geĂ€ußert. Netanjahu habe außerdem "nachdrĂŒckliche Kritik an der gefĂ€hrlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran zum Ausdruck gebracht".

Nach Darstellung des Kremls war das GesprĂ€ch weniger konfliktgeladen. Demnach hat Putin prinzipiell seine UnterstĂŒtzung beim Kampf gegen den Terror versichert. "Gleichzeitig ist es Ă€ußerst wichtig, dass die BekĂ€mpfung terroristischer Bedrohungen nicht zu solch schweren Folgen fĂŒr die Zivilbevölkerung fĂŒhrt", teilte der Kreml mit. Russland sei bereit, alles zu tun, was das Leid der Zivilisten erleichtern und die Lage deeskalieren könne.

Neben der Kritik Ă€ußerte Netanjahu seinem BĂŒro zufolge Anerkennung fĂŒr den Einsatz Russlands fĂŒr die Freilassung von Israelis mit russischer Staatsangehörigkeit aus der Geiselhaft der islamistischen Hamas.

Israelische Medien berichteten, Netanjahu habe fĂŒr das 50-minĂŒtige Telefonat mit Putin die Kabinettssitzung verlassen. Das letzte GesprĂ€ch hatte demnach am 17. Oktober stattgefunden. Russland warnte Israel damals vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen. Putin, der selbst einen zerstörerischen Krieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, hatte im Telefonat mit Netanjahu eine Feuerpause zum Schutz von Zivilisten gefordert.

Russland hat nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober vor allem die USA kritisiert und deren Versuche einer Konfliktlösung im Nahen Osten fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Sich selbst hat Moskau in dem Konflikt mehrfach als Vermittler angeboten, da es eigenen Angaben zufolge sowohl traditionell gute Beziehungen zur arabischen Welt als auch zu Israel unterhalte. Russland fordert dabei eine Zweistaatenlösung in der Region.

@ dpa.de