Telearbeit, Leipzig

Telearbeit in Leipzig: DRV schreibt Geräteprüfung in drei Losen aus

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Leipziger Rentenversicherung vergibt in drei Losen Sicherheitsprüfungen für elektrische Arbeitsmittel bei Telearbeitenden.
Ein aufgeräumter, minimalistischer Arbeitsplatz in einem hellen Raum mit Tageslicht und Blick aus dem Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland mit Sitz in Leipzig hat die sicherheitstechnische Prüfung ortsveränderlicher Geräte bei Telearbeitern ausgeschrieben. Der Auftrag wird in drei Lose unterteilt vergeben. Die Bekanntmachung sieht eine Frist für die Einreichung von Angeboten bis zum 30.11.2026 vor.

Die Vergabe erfolgt über ein offenes Verfahren nach der Vergabeverordnung (VgV) ohne Beschleunigung unter der Vergabe-ID 051/2026/OV/VgV. Als Erfüllungsort ist Leipzig im Postleitzahlenbereich 04159 (NUTS-Code DED51) ausgewiesen.

Inhaltlich sind der Ausschreibung unter anderem die CPV-Codes für Reparatur- und Wartungsdienste (50000000) sowie Installations-, Elektro- und Inspektionsdienste zugeordnet. Ein geschätzter Auftragswert wurde von der Behörde nicht veröffentlicht.

Systematischer Arbeitsschutz an häuslichen Arbeitsplätzen

Die Überprüfung elektrischer Betriebsmittel im häuslichen Umfeld berührt zentrale Vorgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Wie unterschiedlich Organisationen die Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten ausgestalten, zeigte eine Untersuchung des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen gemeinsam mit der Arbeitnehmerkammer Bremen, die eine öffentliche Behörde und einen privaten IT-Dienstleister verglich.

Dabei wurde festgestellt, dass im öffentlichen Dienst Belastungen und Schutzmaßnahmen systematisch in die Gefährdungsbeurteilung integriert werden. Neben verbindlichen Erreichbarkeitsregeln per Dienstvereinbarung und vorgeschriebener Arbeitszeiterfassung zähle dazu im behördlichen Bereich auch eine vollständige Ausstattung für das Homeoffice.

Anzeige

Wer die Sicherheit im Home-Office systematisch verbessern möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Grundlagen für datenschutzkonformes Arbeiten. Bewährte Strategien und Vorlagen jetzt kostenlos verfügbar

Im untersuchten IT-Unternehmen seien hingegen eher informelle Absprachen und eine Verlagerung des Arbeitsschutzes in die Eigenverantwortung der Beschäftigten üblich gewesen. Als gemeinsame Befunde stellten die Forscher Entgrenzungsrisiken durch Zeit- und Ortsflexibilität sowie Belastungen für die Teamkooperation fest.

Prüfpraxis im öffentlichen Sektor

Die regelmäßige Prüfung elektrischer Betriebsmittel ist bei Behörden und Kommunen gängige Vergabepraxis, um gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Standards zu erfüllen. So plant die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) eine Rahmenvereinbarung zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel gemäß DGUV V4 § 5 für eine geschätzte Menge von rund 13.000 Geräten.

Vorgesehen sind dort Sichtprüfungen, Schutzleiter- und Isolationswiderstandsmessungen sowie Funktionsprüfungen. Auch der Landkreis Oberhavel in Brandenburg vergibt die Prüfung ortsveränderlicher Geräte in seinen Liegenschaften derzeit in vier Losen mit einer Angebotsfrist bis zum 17.11.2026.

Risiken durch Mehrfachsteckdosen und Überlastung

Im häuslichen Arbeitsumfeld kommt der elektrischen Sicherheit besondere Bedeutung zu, da Arbeitsmittel häufig an bestehende Haushaltsinstallationen angeschlossen werden. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass handelsübliche Steckdosenleisten meist nur für Leistungen zwischen 3.000 und 3.500 Watt ausgelegt sind.

Anzeige

Die regelmäßige Unterweisung zum Umgang mit elektrischen Geräten ist ein wesentlicher Baustein für die Sicherheit im Betrieb und im Home-Office. Diese kostenlose Muster-Vorlage hilft Verantwortlichen, die notwendigen Inhalte zeitsparend und rechtssicher vorzubereiten. Elektro-Unterweisung in der Hälfte der Zeit vorbereiten – so geht's

Werden im umfeld des Arbeitsplatzes leistungsstarke Geräte parallel betrieben – etwa ein Wasserkocher mit 2.000 bis 2.400 Watt und ein Kaffeevollautomat mit rund 1.450 Watt –, kann der Grenzwert schnell überschritten werden.

Fachleute mahnen deshalb, Steckdosenleisten niemals hintereinanderzustecken und auf unabhängige Prüfzeichen wie GS, VDE oder TÜV zu achten, während das CE-Kennzeichen kein unabhängiges Siegel darstellt.

Die Initiative ELEKTRO+ führt zudem Versäumnisse wie eine fehlende regelmäßige Überprüfung und unzureichende Schutzorgane als häufige Schwachstellen auf. Neben Schutzschaltern spiele die Funktionsfähigkeit von FI-Schutzschaltern eine wesentliche Rolle.

Fachleute empfehlen hierzu, die Test-Taste an FI-Schutzschaltern zweimal jährlich zu betätigen, um die automatische Abschaltung im Fehlerfall zu überprüfen. Mit der Ausschreibung stellt die DRV Mitteldeutschland sicher, dass die dienstlich genutzte Technik bei Telearbeitern den vorgeschriebenen Prüfintervallen unterzogen wird.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70436425 |