Preisabschlag, HĂ€user

Preisabschlag fĂŒr HĂ€user mit schlechter Energiebilanz wĂ€chst

08.09.2024 - 06:00:37

Teurere Energie und Unsicherheit um das Heizungsgesetz: HĂ€user mit schlechter Energiebilanz haben stark an Wert verloren, viele verkaufen sich nur schwer. Das trifft EigentĂŒmer schwer.

Die Angst vor hohen Kosten und Unsicherheit um das Heizungsgesetz drĂŒcken die Preise fĂŒr HĂ€user mit hohem Energieverbrauch. Der Abschlag zu Immobilien mit bester Energieeffizienz ist zuletzt wieder gestiegen, zeigen neue Daten des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL).

Im zweiten Quartal lag demnach der Preisunterschied zwischen MehrfamilienhÀusern mit der besten Energieeffizienzklassen A/A+ und solchen Objekten mit den schlechtesten Klassen G/H im Durchschnitt bei gut 27 Prozent. Im ersten Quartal waren es noch rund 25 Prozent. 

Im Mittel ĂŒber alle Energieeffizienzklasse lag der Preisabschlag gegenĂŒber GebĂ€uden mit bester Energieeffizienz bei 20 Prozent - nach 16,7 Prozent im Vorquartal. In der Analyse wurde der Preisabschlag berechnet, der ausschließlich auf energetisch relevante Merkmale zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Hohe Kosten fĂŒr Sanierung

Auf KĂ€ufer energetisch unsanierter Immobilien kommen oft hohe Kosten fĂŒr Instandhaltung zu. Diese hĂ€tten sich zuletzt zwar abgeschwĂ€cht, lĂ€gen aber weiter deutlich ĂŒber Inflation und Baukostenentwicklung, erklĂ€rte JLL. 

Der rasante Wertverfall von HĂ€usern mit hohem Energieverbrauch hatte in der zweiten JahreshĂ€lfte 2021 eingesetzt. Mit dem Anstieg der Strom- und Gaspreise gewann die Energieeffizienz von Immobilien bei KĂ€ufern stark an Bedeutung, zudem sorgt das Heizungsgesetz fĂŒr Unsicherheit. 

Schere öffnete sich mit Energiepreisinflation 

In der Folge hat sich die Preisschere zwischen energieeffizienten, oft neuen Wohnimmobilien und BestandsgebĂ€uden mit schlechter Energiebilanz geöffnet. Noch im Sommer 2021 - vor Beginn des Ukraine-Kriegs und dem Hochschnellen der Energiepreise - lag der Preisunterschied zwischen bester und schlechtester Energieeffizienz bei rund 11 Prozent, so JLL. Über die vergangenen Quartale hat sich der Abschlag auf hohem Niveau stabilisiert. 

FĂŒr die Analyse wertet JLL regelmĂ€ĂŸig rund 5000 Angebotsdaten von MehrfamilienhĂ€usern aus. Sie werden meist von professionellen Investoren vermietet, manche sind in Besitz privater Vermieter. Bei Ein- und ZweifamilienhĂ€usern sind die PreisabschlĂ€ge laut JLL tendenziell noch etwas höher, da hier Eigennutzer die höheren Energiekosten direkt tragen mĂŒssen, wĂ€hrend diese bei einem vermieteten Mehrfamilienhaus auf die Mieter umgelegt werden können.

@ dpa.de