GroĂmakler: Preisverfall bei unsanierten HĂ€usern gestoppt
27.04.2024 - 07:50:51Die Angst vor hohen Energiekosten und Unsicherheit um das Heizungsgesetz haben die Preise fĂŒr unsanierte HĂ€user stark fallen lassen - nun scheint der AbwĂ€rtstrend gestoppt. Darauf deutet eine Analyse des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) hin, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
«Bei Ă€lteren, unsanierten HĂ€usern werden die Kosten fĂŒr eine energetische Sanierung nahezu eins zu eins vom Kaufpreis abgezogen», erklĂ€rte Sören Gröbel, Experte fĂŒr Wohnimmobilien bei JLL Deutschland. Mittlerweile hĂ€tten sich die Baukosten stabilisiert, in einigen Gewerken gebe es sogar leichte RĂŒckgĂ€nge.» Auch die Finanzierungskosten hĂ€tten sich nach dem Zinsanstieg stabilisiert. «Der Preisverfall ist somit momentan zum Stillstand gekommen.»
Der Analyse zufolge lag der Preisunterschied zwischen MehrfamilienhĂ€usern mit der besten Energieeffizienzklassen A/A+ und jenen mit den schlechtesten Klassen G/H im ersten Quartal im Mittel bei 25,1 Prozent. Im Schlussquartal 2023 waren es noch 26,9 Prozent gewesen. Zuvor hatte die «Neue OsnabrĂŒcker Zeitung» ĂŒber das Thema berichtet.
Im Schnitt lag der Preisabschlag gegenĂŒber GebĂ€uden der besten Energieeffizienzklassen laut Studie bei 16,7 Prozent - etwas weniger als im Vorquartal (17,2 Prozent). In der Analyse wurde die Preisdifferenz herausgerechnet, die ausschlieĂlich auf energetisch relevante Merkmale zurĂŒckging. Der starke Preisverfall unsanierter HĂ€user, der in der zweiten JahreshĂ€lfte 2021 eingesetzt habe, sei seit dem FrĂŒhjahr 2023 gestoppt, sagte Gröbel.
KĂ€ufer legen mehr Wert auf niedrigen Energieverbrauch
Mit dem Anstieg der Strom- und Gaspreise hat die Energieeffizienz von Immobilien bei KĂ€ufern stark an Bedeutung gewonnen. Zudem sorgten neue Vorgaben im Gesetz zum Heizungsaustausch der Bundesregierung fĂŒr Unsicherheit. In der Folge öffnete sich die Preisschere zwischen energieeffizienten, oft neuen Wohnimmobilien und BestandsgebĂ€uden mit schlechter Energiebilanz.
FĂŒr die Analyse wertet JLL regelmĂ€Ăig rund 5000 Angebotsdaten von MehrfamilienhĂ€usern aus. Sie werden meist von professionellen Investoren vermietet, manche sind in Besitz privater Vermieter. Die gemessenen Wertunterschiede gebe es aber auch bei anderen Objekten: «Bei Ein- und ZweifamilienhĂ€usern sind die PreisabschlĂ€ge tendenziell etwas höher, da hier der Eigennutzer die höheren Energiekosten direkt tragen muss, wĂ€hrend diese bei einem vermieteten Mehrfamilienhaus auf den Mieter umgelegt werden», hieĂ es.
Auf dem Land könnte der Preisverfall weitergehen
Gerade bei niedrigpreisigen Objekten und MietmĂ€rkten rechneten sich energetische Sanierungen fĂŒr die Vermieter oft nicht, sagte Gröbel weiter. Noch höhere PreisabschlĂ€ge seien die Folge. Davon seien vor allem lĂ€ndlich geprĂ€gte Regionen betroffen, so JLL. Den Sanierungskosten stĂŒnden dort potenziell geringere Einnahmen gegenĂŒber. «Die Kluft zwischen alten und neuen Objekten dĂŒrfte hier noch gröĂer werden.»


