Textilvernichtung verboten: EU-Verordnung zwingt große Modekonzerne um
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-Ökodesign-Verordnung verbietet die Vernichtung neuer Textilien – mit wenigen Ausnahmen.
Branchenvertreter warnen vor hohem bürokratischem Aufwand. Besonders kritisch sehen sie, dass die Regelung keine Lösung für den Import von Ultra-Fast-Fashion aus Asien bietet. Bundesumweltminister Carsten Schneider verteidigt das Verbot dagegen als notwendigen Schritt gegen Ressourcenverschwendung.
Betroffen sind zunächst große Unternehmen. Sie müssen künftig detailliert offenlegen, wie viele unverkaufte Produkte sie entsorgen – und warum. Ausnahmen gibt es nur für beschädigte, verschmutzte oder gesundheitsgefährdende Ware.
Strengere Kontrollen für ESG-Ratings
Parallel verschärft die europäische Wertpapieraufsicht ESMA seit diesem Monat die Kontrolle über ESG-Ratingagenturen. Ziel: mehr Transparenz bei Nachhaltigkeitsbewertungen und weniger Greenwashing.
Die Industrie reagiert mit strukturellen Veränderungen. Tesla plant etwa, ab 2027 die Batteriezellfertigung in Grünheide massiv auszubauen. Mit über einer Milliarde Euro Investition soll ein Trockenbeschichtungsverfahren den Energiebedarf senken.
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Kreislaufwirtschaft in der Praxis
Renault setzt seit diesem Monat erstmals serienmäßig Rezyklate aus Altfahrzeugen ein. In der Instrumententafel eines Transportermodells soll der CO2-Fußabdruck pro Kilogramm Kunststoff um rund 24 Prozent sinken.
In der Schifffahrt geht SK Oceanplant neue Wege: Das Unternehmen unterzeichnete heute eine Vereinbarung zum Recycling von Altbatterien und Elektroschrott. Ziel ist eine abfallfreie Produktion in der Werftindustrie.
Nachhaltigkeit verliert an Priorität
Trotz aller Regulierung zeigt eine aktuelle Horváth-Studie: Österreichische Führungskräfte setzen andere Themen vor Nachhaltigkeit. In der Befragung landete das Thema auf Rang 12 von 13 Prioritäten. Deutlich höher bewertet wurde die digitale Transformation durch Künstliche Intelligenz.
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Bleibt die strategische Einbindung von Nachhaltigkeit trotzdem auf der Agenda? Ein für Donnerstag angekündigtes Webinar des UN Global Compact Netzwerks Österreich will genau das diskutieren. Experten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sprechen über doppelte Wesentlichkeitsanalyse und Schutz vor Greenwashing-Vorwürfen.
Indirekte Emissionen, der sogenannte Scope 3, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. In Brasilien entwickeln sich Lösungen für betriebliche Mobilität zum strategischen ESG-Asset. Und in der Seeschifffahrt signalisieren mehrere Reedereien Interesse an einer Rückkehr zur deutschen Flagge – für mehr Kontrolle über regulatorische und operative Standards.
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