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Innenstädte: Thalia-Chef fordert mehr Einsatz gegen Temu und Shein

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Thalia-Chef Ingo Kretzschmar fordert von der Bundesregierung mehr Einsatz für lebendige Innenstädte. Als wachsenden Wettbewerbsdruck nennt er Plattformen wie Temu und Shein.

Thalia-Chef will mehr Einsatz für Innenstädte
Filiale von Thalia (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Thalia-Chef Ingo Kretzschmar fordert angesichts der Konkurrenz chinesischer Billiganbieter mehr politisches Engagement für die Belebung deutscher Innenstädte. Der Regierung fehle häufig das Bewusstsein dafür, wie wichtig die Zentren für Handel und Gesellschaft seien, sagte Kretzschmar den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Kritik an Entwicklung rund um Temu und Shein

Viele Fehlentwicklungen würden nicht angegangen, sagte der Thalia-Chef. Als Beispiel nannte er Online-Plattformen wie Temu und Shein.

Während Europa abgewartet habe, sei im vergangenen Jahr bereits ein Drittel des Weihnachtsgeschäfts über asiatische Plattformen gelaufen, so Kretzschmar. Damit wachse der Druck auf stationäre Händler, die in den Innenstädten mit höheren Kosten und einem veränderten Kaufverhalten umgehen müssten.

Städte, Politik und Unternehmen sollen zusammenarbeiten

Die Innenstadt bezeichnete Kretzschmar als „gesellschaftlichen Kitt“. Wenn diese Orte verloren gingen, bekomme die Gesellschaft ein großes Problem.

Thalia engagiere sich deshalb in der Stiftung Lebendige Stadt. Dort würden kommunale Ebene, Bundespolitik und Privatwirtschaft zusammengebracht, um erfolgreiche Ansätze zu prüfen, übertragbare Konzepte zu identifizieren und Pilotprojekte zu entwickeln.

Die Forderung von Thalia-Chef Ingo Kretzschmar fällt in eine Phase, in der sich der stationäre Einzelhandel mit mehreren Veränderungen zugleich auseinandersetzt: dem wachsenden Onlinehandel, strukturellem Leerstand und veränderten Einkaufsgewohnheiten. Innenstädte konkurrieren dabei nicht nur mit digitalen Plattformen, sondern auch mit Einkaufszentren und peripheren Handelsstandorten.

Innenstadt als Wirtschafts- und Lebensort

Für den innerstädtischen Handel entscheidet sich die Attraktivität eines Standorts nicht allein am Preis eines Produkts. Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen und ein vielfältiger Branchenmix beeinflussen, ob Menschen ein Zentrum regelmäßig besuchen. Fällt ein großer Anbieter weg, kann das deshalb Auswirkungen auf benachbarte Geschäfte und die gesamte Besucherfrequenz haben.

Das im dts-Bericht genannte Engagement in der Stiftung Lebendige Stadt verweist auf einen Ansatz, bei dem Kommunen, Bundespolitik und Unternehmen gemeinsam Konzepte entwickeln. Solche Projekte können Leerstände zwischennutzen, öffentliche Räume aufwerten oder Handel mit Kultur und Dienstleistungen verbinden. Sie ersetzen jedoch keine wettbewerbsfähigen Geschäftsmodelle und keine verlässliche kommunale Finanzierung.

Wettbewerb mit Plattformen

Temu und Shein verschärfen den Preisdruck, weil sie große Sortimente direkt über digitale Marktplätze anbieten. Für europäische Händler stehen damit Fragen der Regulierung, der Produktstandards, der Lieferketten und der steuerlichen Gleichbehandlung neben der klassischen Standortpolitik. Kretzschmars Hinweis auf den Anteil asiatischer Plattformen am Weihnachtsgeschäft macht deutlich, dass der Wettbewerb längst auch saisonale Umsatzspitzen erreicht.

Für Verbraucher bleibt die Entwicklung unmittelbar relevant: Die Zukunft der Innenstädte beeinflusst Auswahl, Arbeitsplätze, Versorgung und soziale Begegnungsorte. Politische Maßnahmen dürften daher nur dann nachhaltig wirken, wenn sie sowohl faire Wettbewerbsbedingungen als auch attraktive, gut erreichbare Stadtzentren schaffen.

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