ThĂŒringen, Söders

ThĂŒringen weist Söders Ausstiegs-Drohung zurĂŒck

03.08.2025 - 14:17:04

ThĂŒringens Finanzministerin Katja Wolf (BSW) hĂ€lt die bayerischen PlĂ€ne fĂŒr einen Ausstieg aus dem LĂ€nderfinanzausgleich fĂŒr nicht umsetzbar.

"Ein einseitiges AufkĂŒndigen dieser Solidargemeinschaft ist verfassungsrechtlich nicht möglich", sagte sie dem "Stern". Das Grundgesetz sehe in Artikel 107 einen angemessenen Ausgleich der unterschiedlichen Finanzkraft der LĂ€nder vor. "Der bayerische MinisterprĂ€sident hat den föderalen Finanzausgleich offenbar als Wiedervorlage in jedem Jahr als Sommerloch-Thema."

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CDU) hat kĂŒrzlich den Ausstieg seines Bundeslandes aus dem LĂ€nderfinanzausgleich spĂ€testens in fĂŒnf Jahren angedroht. "Wir bleiben dabei: Wir klagen weiter", sagte Söder kĂŒrzlich in MĂŒnchen. "Und wenn es keine Einigung mit LĂ€ndern gibt, wird dieser Finanzausgleich - leider erst zum Ende des Jahrzehnts - aber wird der definitiv gekĂŒndigt. Das machen wir nicht mehr mit".

Die Zahlungen Bayerns in den LĂ€ndertopf hĂ€tten Rekordniveau erreicht. Der Freistaat zahlte in den ersten sechs Monaten 6,673 Milliarden Euro ein. ThĂŒringen gehört zu den NehmerlĂ€ndern mit 1,161 Milliarden Euro. Laut Wolf hatte Bayern zuletzt besonders hohe Einnahmen aus der Erbschaftssteuer.

Der frĂŒhere Verfassungsrichter Peter Huber erklĂ€rte dem "Stern", der Finanzausgleich sei zwar im Grundgesetz festgeschrieben. Allerdings könne Bayern gemeinsam mit mindestens zwei anderen LĂ€ndern die seit 2020 geltende Gesetzesregelung ab dem Jahr 2030 aufkĂŒndigen. "Diese Ausstiegsoption gibt es", so Huber. "Die Frage wĂ€re nur, welches neue Ausgleichssystem der Bundesgesetzgeber dann erlĂ€sst."

@ dpa.de