Thyssenkrupp, Stellen

Thyssenkrupp: 11.000 Stellen werden abgebaut und ausgelagert

Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Thyssenkrupp treibt den Stahlumbau voran: 11.000 Stellen sollen wegfallen, Forschung wird verlegt und Servicebereiche ausgelagert.

Thyssenkrupp: 11.000 Stellen werden abgebaut und ausgelagert Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Thyssenkrupp: 11.000 Stellen werden abgebaut und ausgelagert Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Konkrete Pläne sehen die Verlagerung von Forschungsabteilungen, die Auslagerung ganzer Servicebereiche und den Abbau tausender Stellen vor. Besonders betroffen ist der Standort Dortmund.

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Forschungsumzug und Auslagerungen in Dortmund

Die größte Brocken für die Belegschaft in Dortmund: Die Oberflächenforschung soll von Dortmund nach Duisburg verlegt werden. Während ein 50-köpfiges Team für ein Mini-Stahlwerk am Standort bleiben darf, schwebt über rund 100 weiteren Forschern das Damoklesschwert der Streichung. Der Betriebsrat befürchtet, dass die Verlagerung de facto das Aus für viele dieser Positionen bedeutet.

Doch damit nicht genug. Mehrere Hilfsfunktionen am Dortmunder Standort sollen an externe Dienstleister ausgelagert werden. Betroffen sind Werkschutz, Logistik, Gartenbau und Arbeitssicherheit. Als Reaktion auf die Pläne fordert der Betriebsrat harte Jobgarantien und den Erhalt der Tarifbindung für die betroffenen Mitarbeiter.

Massiver Stellenabbau mit klaren finanziellen Zielen

Die Maßnahmen in Dortmund sind nur ein Teil eines weitaus größeren Konzernumbaus. Insgesamt plant Thyssenkrupp Steel den Abbau von 11.000 Stellen. Davon entfallen 5.000 auf direkte Streichungen, weitere 6.000 Stellen sollen ausgelagert werden. Das Ziel der Konzernführung: eine Reduzierung der Personalkosten um rund zehn Prozent.

Hintergrund des harten Sparkurses ist der anhaltende Druck auf die europäische Stahlindustrie. Der Markt leidet unter massiven Überkapazitäten, explodierenden Energiepreisen und dem stetigen Zustrom billiger Importe aus Asien. Die Kombination dieser Faktoren zwingt Thyssenkrupp zu einer grundlegenden Neuausrichtung.

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IG Metall erhöht den Druck auf das Management

Die Gewerkschaft IG Metall verschärft ihre Gangart gegenüber der Konzernspitze. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem indischen Investor Naveen Jindal signalisierte IG-Metall-Vize Jürgen Kerner zwar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft, fordert aber die vollständige Eigenständigkeit von Thyssenkrupp Steel Europe. Die politische Großwetterlage sei günstig für einen solchen Schritt, so die Gewerkschaft.

Konzernchef Miguel López hält zwar am Ziel eines Mehrheitsausstiegs aus dem Stahlgeschäft fest. Die IG Metall pocht jedoch darauf, dass jeder Weg in die Unabhängigkeit nur im Schulterschluss mit der Belegschaft erfolgen darf. Auch die grüne Transformation des Stahlstandorts bereitet Sorgen: Der Zeitplan für das Direktreduktionswerk (DRI) in Duisburg hat sich bereits verzögert. Mit der neuen Tochter Calvion hat Thyssenkrupp jüngst ein eigenes Unternehmen für grüne Technologien gegründet.

Eigentümerstruktur im Wandel

Die Besitzverhältnisse beim Stahlriesen sind derzeit in Bewegung. Gespräche mit dem tschechischen Investor Daniel Kretinsky über eine Aufstockung seines Anteils auf 50 Prozent laufen. Parallel dazu werden bereits andere Weichen gestellt: Am 1. Juni übertrug Thyssenkrupp seine Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an den Konkurrenten Salzgitter.

Weitere Entscheidungen stehen noch in diesem Monat an. Der Aufsichtsrat soll am 16. Juni über die Zukunft der Sparte Materials Services beraten. An der Börse bleibt die Stimmung verhalten. Die Analysten von AlphaValue/Baader Europe haben die Thyssenkrupp-Aktie jüngst auf „Reduzieren" abgestuft, auch wenn sie das Kursziel leicht auf 11,71 Euro anhoben. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Ab Juli 2026 greifen neue EU-Importregeln für Stahl – ein weiteres Fragezeichen für die ohnehin angeschlagene Branche.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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