Tiktok, EU-weit

Tiktok löscht EU-weit die meisten Inhalte

25.01.2025 - 16:57:45

Tiktok hat in der EU im Vergleich mit anderen Social-Media-Unternehmen am meisten BeitrÀge gesperrt.

Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine eigene Datenanalyse von Zahlen, die die großen Onlineplattformen an die EuropĂ€ische Union gemeldet haben. Rund 256 Millionen Inhalte wurden von dem Unternehmen von Oktober bis Dezember 2024 entfernt oder eingeschrĂ€nkt, wobei 43 Prozent davon als unerlaubte Hetze oder Hassrede eingestuft wurden. Elon Musks Plattform X, das ehemalige Twitter, hat laut "Spiegel"-Auswertung die meisten FĂ€lle von Pornografie und sexuellen Inhalten sanktioniert: Knapp 40 Prozent der insgesamt rund 200.000 entfernten oder eingeschrĂ€nkten BeitrĂ€ge wurden deshalb von X bemĂ€ngelt. Bei YouTube ging es in den insgesamt 25,3 Millionen FĂ€llen oftmals um "Betrug und Manipulation" wie beispielsweise Desinformation. 46,7 Prozent der FĂ€lle fielen in diese Kategorie, wie der "Spiegel" berichtet. Das Digitale-Dienste-Gesetz (Digital Services Act) der EU verpflichtet die Betreiber, jede Entscheidung zur Löschung oder EinschrĂ€nkung der Reichweite von BeitrĂ€gen an die EU-Kommission und an den Verfasser oder die Verfasserin zu ĂŒbermitteln.

Insgesamt wurden von Oktober bis Dezember 2024 von Tiktok, X, YouTube, LinkedIn und den zum Meta-Konzern gehörenden Diensten Instagram und Facebook 514 Millionen BeitrĂ€ge und Kommentare gemeldet. HĂ€ufig geben die Plattformen als BegrĂŒndung nur allgemein einen "Verstoß gegen die Bestimmungen der Plattform" an, wie der "Spiegel"-berichtet. Bei Facebook etwa passiert dies in 92 Prozent aller FĂ€lle. Dabei verpflichtet das Digitale-Dienste-Gesetz sie eigentlich dazu, ihre Entscheidungen "klar und leicht verstĂ€ndlich" zu begrĂŒnden. "So abstrakte BegrĂŒndungen helfen den Nutzern nicht", sagte Julian Jaursch von der Denkfabrik Interface dem "Spiegel": "Der Nutzer muss in der Lage sein, die Entscheidung nachzuvollziehen und im Zweifelsfall anzufechten. Transparenz sollte kein Selbstzweck sein, sondern soll den Behörden und den Menschen helfen." Die Netzwerke mĂŒssen auch nicht angeben, wie viele BeitrĂ€ge ihre Nutzer insgesamt veröffentlichen. Deshalb sind die der EU-Kommission vorliegenden und vom "Spiegel" ausgewerteten Zahlen laut Magazin nur bedingt vergleichbar. Dass Tiktok am meisten BeitrĂ€ge moderiert hat, heißt zum Beispiel nicht zwingend, dass dort mehr Hassrede vorkommt. Es kann auch sein, dass Tiktok besonders streng moderiert oder dass dort insgesamt mehr BeitrĂ€ge gepostet werden.

@ dts-nachrichtenagentur.de