WDH / ROUNDUP: Ifo-GeschĂ€ftsklima trĂŒbt sich weiter ein - Experte: 'Kalte Dusche'
25.07.2024 - 10:57:17(Tippfehler im 4. Absatz beseitigt.)
MĂNCHEN (dpa-AFX) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli ĂŒberraschend weiter verschlechtert. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima fiel um 1,6 Punkte auf 87,0 ZĂ€hler, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in MĂŒnchen mitteilte. Es ist der dritte RĂŒckgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge. "Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise fest", kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest.
Analysten wurden von der Entwicklung ĂŒberrascht. Sie hatten eine Stimmungsaufhellung erwartet und waren im Schnitt von 89,0 Punkte ausgegangen. Die rund 9000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen bewerteten die Aussichten auf ihre kĂŒnftigen GeschĂ€fte deutlich schlechter. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage fiel schwĂ€cher aus als im Monat zuvor.
Im verarbeitenden Gewerbe sank das GeschĂ€ftsklima deutlich. Hier verwiesen die Ifo-Experten auf den schwachen Auftragseingang und auf eine vergleichsweise geringe KapazitĂ€tsauslastung. Im Handel, im Bereich Dienstleistungen und am Bau gingen die Werte ebenfalls zurĂŒck. Im Bauhauptgewerbe sind die Erwartungen "von deutlichem Pessimismus geprĂ€gt", sagte Fuest.
Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, wertet die Ifo-Daten als eine "kalte Dusche" fĂŒr die Konjunktur. Seiner EinschĂ€tzung nach hat unter anderem die Unsicherheit durch die anstehende US-PrĂ€sidentschaftswahl belastet. Allerdings gebe es weiterhin die Hoffnung, dass die Konjunkturflaute nur vorĂŒbergehend sei.
"Das Tal der TrĂ€nen ist noch nicht durchquert", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Das wirtschaftliche Tal Ă€hnelt vielmehr einer breiten Tiefebene, deren Ausdehnung kaum zu ĂŒberschauen ist." Nach EinschĂ€tzung von Gitzel mangelt es der industrielastigen deutschen Wirtschaft "an auĂenwirtschaftlichen Impulsen".

