Transformationsbaustein: 90.000 Beschäftigte verlieren Sonderzahlung
27.06.2026 - 08:41:21 | boerse-global.de
Statt der geplanten Juli-Zahlung gibt es nun erst im April 2027 Geld – oder vielleicht gar keins.
Transformationsbaustein auf Eis gelegt
Konkret geht es um den sogenannten Transformationsbaustein. Diese tarifliche Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts war für Juli 2026 vorgesehen. Betroffen sind rund 90.000 der etwa 108.000 Beschäftigten in Deutschland. Die Auszahlung wird nun auf April 2027 verschoben.
Das Management behält sich sogar vor, die Zahlung komplett zu streichen. Die erwarteten Einsparungen liegen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Der Vorstand bezeichnete die wirtschaftliche Lage am Standort Deutschland als „dramatisch“.
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Vorstand will 40-Stunden-Woche ohne mehr Geld
Doch damit nicht genug: Das Management fordert eine grundlegende Änderung der Arbeitszeitmodelle. Ziel ist die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden – ohne Lohnausgleich. Auch Aufsichtsratschef Brudermüller spricht sich für die 40-Stunden-Woche aus, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Der Gesamtbetriebsrat lehnt die Forderungen ab. Die Verschiebung der Sonderzahlung sei eine einseitige Entscheidung. Ohne tarifliche Öffnung seien Verhandlungen über längere Arbeitszeiten nicht möglich. Aus der Belegschaftsvertretung kommt zudem Kritik an der Luxusstrategie von Vorstandschef Källenius. Diese liefere angesichts der Marktentwicklung nicht die erhofften Ergebnisse.
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Gewinn halbiert – Druck von mehreren Seiten
Die Sparmaßnahmen haben einen handfesten Hintergrund. Im Geschäftsjahr 2025 brach der Gewinn von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro ein. Der Abwärtstrend setzte sich im ersten Quartal 2026 fort – das Konzernergebnis fiel um weitere 17,2 Prozent. Die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Bereich lag bei mageren 4,1 Prozent.
Das Unternehmen nennt mehrere Ursachen: intensiver Wettbewerb in China, belastende Wechselkurseffekte und neue Zollregelungen. Bereits vor über einem Jahr startete der Konzern das Sparprogramm „Next Level Performance“. Ziel: die jährlich Kosten um rund fünf Milliarden Euro senken.
Schon 2025 verließen 5.000 bis 5.500 Mitarbeiter das Unternehmen gegen Abfindung. Nun plant das Management eine weitere radikale Verschlankung der Verwaltung. Die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland steht auf dem Prüfstand.
