Handwerks-PrÀsident, Bauernproteste

Handwerks-PrÀsident: Bauernproteste sind schlechtes Vorbild

28.02.2024 - 08:16:50

Trotz des Unmuts vieler Betriebe sollte das Handwerk nicht dem Beispiel der Bauern folgen, sagt Handwerks-PrÀsident Jörg Dittrich. Viele Proteste begÀnnen friedlich, arteten dann aber aus.

Handwerks-PrĂ€sident Jörg Dittrich hat vor Beginn der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in MĂŒnchen seine Branche gewarnt, trotz des Unmuts vieler Betriebe den Bauernprotesten als Vorbild zu folgen. Wirtschaftspolitik sollte nicht auf der Straße, sondern in den Parlamenten und im Dialog der Politik mit den VerbĂ€nden stattfinden, sagte der PrĂ€sident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) der «Augsburger Allgemeinen».

«Es gibt bei uns aus verschiedenen Landesteilen einen großen Druck, dem Beispiel der Bauern zu folgen», sagte Dittrich. «Ich persönlich halte das fĂŒr den falschen Weg.» Viele Proteste begĂ€nnen friedlich, arteten dann aber aus.

Dittrich warnte zugleich vor einer Polarisierung der Gesellschaft. «Die vielen wĂŒtenden Maximalforderungen machen uns immer kompromissunfĂ€higer und zerstören die Gemeinschaft, egal ob es beispielsweise um die Begrenzung der ungesteuerten Zuwanderung oder die wettbewerbsfĂ€hige Energieversorgung der Zukunft geht», mahnte der Handwerks-PrĂ€sident. «Zweitens will ich deutlich sagen, dass wir im Handwerk zu den Betroffenen zĂ€hlen, wenn Menschen Angst bekommen durch eine Diskussion ĂŒber das Maß der Weltoffenheit».

«In unserer Branche haben wir schon seit Jahren einen hohen Anteil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund», sagte Dittrich. «Wenn KrĂ€fte an die Macht kommen, die mit dem Begriff Remigration Menschen Angst machen, die hier schon lange verankert sind, dann ist das fĂŒr Deutschlands Ansehen in der Welt und damit fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland eine Katastrophe und schadet so letztlich auch den Handwerksbetrieben massiv.»

@ dpa.de