Die Hälfte aller deutschen Firmen kann nicht alle Stellen besetzen

Veröffentlicht am: 03.02.2020 um 09:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Trotz gebremster Konjunktur in Deutschland können fast 50 Prozent aller Unternehmen über länger Zeit nicht alle offenen Stellen besetzen.

Schreibtisch (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Schreibtisch (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragte in einer Studie 23.000 Betriebe. Darüber berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In einigen Branchen beklagen sogar 80 Prozent der Firmen den Mangel an Arbeitskräften. Teilweise schränken die Unternehmen deshalb ihr Angebot ein. Einen wichtigen Grund für die zunehmend die Konjunktur belastende Situation sieht der DIHK im sich zunehmend bemerkbar machenden demografischen Wandel. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Organisation, berichtete der Zeitung, dass einige Unternehmen gezwungen seinen, Aufträge abzulehnen. Die Folgen blieben nicht auf einzelne Firmen beschränkt. Sie wirken sich darüber hinaus auf die gesamte deutsche Wirtschaft aus. Als Beispiel nannte Dercks die IT-Branche. Dort habe der Mangel an Fachkräften negative Folgen für den Fortschritt bei der Digitalisierung. Auch bei der Datensicherheit drohe Deutschland ins Hintertreffen zu geraten. Dass auf dem Bau und in Planungsbüros Personal fehlt, ist mittlerweile überall sichtbar. Der schleppende Ausbau der deutschen Infrastruktur sei Folge des leer gefegten Arbeitsmarktes. Nach Ansicht des DIHK-Repräsentanten wird die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte in Deutschland in den kommenden 15 Jahren weiter sinken. Dercks rechnet mit sechs Millionen Arbeitnehmern weniger als heute. Trotz schwächerer Konjunktur verringerte sich die Zahl der unbesetzten Stellen kaum. Unter den befragten Betrieben konnten 47 Prozent nicht alle Arbeitsplätze besetzen. Dies sind nur zwei Prozent weniger als bei einer früheren Umfrage. In der Industrie machte sich der Abschwung etwas bemerkbar. Der Fachkräftemangel betraf dort "nur" noch 45 Prozent der Unternehmen. Vor der Flaute waren es acht Prozent mehr. Dafür legten andere Branchen deutlich zu. Im Sicherheitsgewerbe sowie bei den Gesundheits- und Sozialdiensten kann nur jeder fünfte Betrieb alle Stellen besetzen. Die große Unternehmensbefragung führte der DIHK für seinen "Fachkräftereport" im Herbst 2019 durch.

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