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Entscheidung der Fed: Weitere Zinssenkung erwartet

18.12.2024 - 04:00:40

Trump kehrt zurĂŒck – und mit ihm der Druck auf die Fed. In diesem Jahr dĂŒrfte die US-Notenbank noch einmal auf Zinssenkung setzen. Doch noch offen ist, was der Plan fĂŒr 2025 ist.

  • Powell will seinen Posten trotz Kritik Trumps nicht rĂ€umen. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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  • Analysten rechnen mit der dritten Zinssenkung in Folge. (Archivbild) - Foto: Valerie Plesch/dpa

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Powell will seinen Posten trotz Kritik Trumps nicht rÀumen. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpaAnalysten rechnen mit der dritten Zinssenkung in Folge. (Archivbild) - Foto: Valerie Plesch/dpa

Trotz wieder anziehender Inflation steht die US-Notenbank Federal Reserve wohl vor einer weiteren Zinssenkung. Die Fed gibt heute um 20.00 Uhr deutscher Zeit ihre Entscheidung zum weiteren Kurs der Geldpolitik bekannt. Analysten gehen davon aus, dass die Fed zum dritten Mal in Folge den Leitzins verringern dĂŒrfte. Es wird ein kleiner Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte erwartet. Damit wĂŒrde der Leitzins auf einem Korridor von 4,25 bis 4,5 Prozent liegen. Zu diesem Satz können sich GeschĂ€ftsbanken Zentralbankgeld leihen.

Die klassische Aufgabe der Fed ist es, die Inflation im Zaum zu halten. In den USA hat sich der Preisauftrieb im November wieder etwas verstÀrkt. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 2,6 Prozent gelegen. Die Fed strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Fed-Chef Jerome Powell sagte nach der Notenbank-Sitzung im November, man gehe davon aus, dass sich die Inflationsrate bei zwei Prozent einpendeln werde. Im Sommer 2022 lag die Inflationsrate noch bei mehr als neun Prozent.

Der Faktor Trump

Analysten erwarten, dass die Fed bei weiteren Zinssenkungen im kommenden Jahr auf die Bremse treten dĂŒrfte. Das hĂ€ngt auch mit der RĂŒckkehr Donald Trumps ins Weiße Haus zusammen. Die WirtschaftsplĂ€ne des Republikaners - etwa die EinfĂŒhrung weitreichender Zölle - könnte nach EinschĂ€tzung von Ökonomen zu einer höheren Inflation fĂŒhren. Das könnte den Handlungsspielraum der Fed fĂŒr Zinssenkungen einschrĂ€nken.

Hohe Zinsen bremsen die Nachfrage, weil Privatleute und Wirtschaft mehr fĂŒr Kredite ausgeben mĂŒssen. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. FĂŒr das kommende Jahr ging die Fed bisher im Mittel von einem Leitzins von 3,4 Prozent aus. Heute will die Fed allerdings neue Zinsprognosen veröffentlichen. Diese werden mit besonders großer Spannung erwartet, da sie den Fahrplan fĂŒr das kommende Jahr skizzieren. Die Fed wird auch neue Wirtschaftsprognosen vorlegen - etwa zur Inflationsrate und zum Wachstum. 

Kein gutes VerhÀltnis zwischen Powell und Trump 

«Auf kurze Sicht wird die Wahl keine Auswirkungen auf unsere politischen Entscheidungen haben», sagte Fed-Chef Powell im November nur kurz nach Trumps Sieg bei der PrĂ€sidentschaftswahl. Die Fed arbeitet zwar unabhĂ€ngig von der US-Regierung. Trump dĂŒrfte in seiner zweiten Amtszeit zumindest versuchen, die Fed zu Zinssenkungen zu drĂ€ngen. Der Republikaner Trump hatte sich aber wĂ€hrend seiner Zeit im Weißen Haus wiederholt mit der Fed angelegt, Zinssenkungen vorgeschlagen und Fed-Chef Powell heftig kritisiert.

Trump hatte in seiner Zeit als US-PrĂ€sident Powell fĂŒr die erste Amtszeit als Fed-Chef nominiert, ihn danach aber wegen Zinserhöhungen kritisiert. Powells Amtszeit endet 2026 - dann kann Trump einen neuen Fed-Chef nominieren. Er hatte bereits erklĂ€rt, dass er Powell nicht erneut nominieren werde. Powell hat aber auch deutlich gemacht, dass er nicht vor dem Ende seiner Amtszeit seinen Platz rĂ€umen will.

@ dpa.de