Trump kennt NobelpreistrĂ€gerin nicht: 'Trotzdem GlĂŒckwunsch'
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 11:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die Vereinigten Staaten von Amerika, vertreten durch mich als Ihren PrĂ€sidenten, hĂ€tten den Friedensnobelpreis erhalten sollen - haben ihn aber nicht bekommen", sagte er am Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse im US-Bundesstaat New York. Von der am Freitag mit der Auszeichnung geehrten sĂŒdafrikanischen Juristin Navanethem Pillay habe er noch nie gehört.
Trump begrĂŒndete seine Ansicht erneut mit der Behauptung, er habe wĂ€hrend seiner Amtszeit acht Kriege beendet. Er wies zudem darauf hin, er habe die Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas im Gazastreifen befreit und Grönland bekommen. "Trotz all dem und all dieser unglaublichen Leistungen wurde der Nobelpreis heute an eine liberale Person verliehen, die bei den Vereinten Nationen arbeitet und von der noch nie jemand gehört hat. Ich habe noch nie von dieser Person gehört." Er fĂŒgte hinzu: "Trotzdem: GlĂŒckwunsch."
Trump kritisierte Norwegen fĂŒr die Entscheidung, nicht ihm den Preis zuerkannt zu haben. "Das ist ein unauslöschlicher Fleck auf dem Land Norwegen und auf den Menschen, die eine so beschĂ€mende und peinliche Entscheidung getroffen haben." Der Friedensnobelpreis sei fĂŒr immer diskreditiert worden durch eine "Handvoll radikaler Ideologen", die antidemokratisch seien und in Wahrheit Feinde der Zivilisation.
Trump: Weiteres Zeichen, wie unser Land ausgenommen wird
Er fĂŒgte hinzu: "Wir werden Norwegen nicht vergessen, dass sie diesen Preis nicht fĂŒr die gröĂte Bilanz in der Geschichte vergeben haben." Die USA hĂ€tten acht Nobelpreise haben sollen - einen fĂŒr jeden von seinem Land beendeten Krieg. "Dass sie den Friedensnobelpreis nicht den Vereinigten Staaten von Amerika verliehen haben, ist nur ein weiteres Zeichen dafĂŒr, wie Norwegen und all diese anderen unser Land ausnehmen."
Die Vergabe des Friedensnobelpreises liegt allein bei einem unabhĂ€ngigen Nobelkomitee und nicht bei der norwegischen Regierung. Bereits im Vorjahr hatte Trump Norwegen dafĂŒr kritisiert, nicht ihm, sondern der venezolanischen OppositionsfĂŒhrerin MarĂa Corina Machado den Preis zu verleihen. Sie hatte diesen dann symbolisch Trump zugedacht.
Pillay wurde fĂŒr ihren Einsatz "zur Förderung von Frieden und Völkerrecht" ausgezeichnet. Die 85-JĂ€hrige kĂ€mpfte bereits als junge AnwĂ€ltin gegen die Apartheid in SĂŒdafrika und machte spĂ€ter als internationale Spitzenjuristin Karriere. Die US-Regierung verhĂ€ngte am Freitag kurz nach VerkĂŒndung der PreistrĂ€gerin Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), an dem Pillay von 2003 bis 2008 Richterin war.
Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. In diesem Jahr waren 287 Kandidaten fĂŒr den Preis nominiert. Dotiert ist er mit umgerechnet etwas mehr als einer Million Euro.

