ROUNDUP, Trumps

Trumps Republikaner verlieren auch den Senat

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Republikaner von US-PrĂ€sident Donald Trump haben bei den Parlamentswahlen nach dem ReprĂ€sentantenhaus laut Hochrechnungen auch die Kontrolle ĂŒber den Senat verloren.

Die Demokraten sicherten sich mehr als die HÀlfte der insgesamt 100 Sitze, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von WÀhlerbefragungen und StimmauszÀhlungen berichtete.

Dabei sind zwei parteilose Senatoren mitgezĂ€hlt, die mit den Demokraten verbĂŒndet sind.

Es ist eine herbe Niederlage fĂŒr Trump ganz persönlich, denn er hatte die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung ĂŒber seine Politik gemacht. Dass die Demokraten in beiden HĂ€usern des Kongresses nun das Sagen haben, macht Trump im politischen Sinne zu einer "Lame Duck", einer lahmen Ente.

Im GesprĂ€ch mit "New York Times" kĂŒndigte Trump im Laufe des Wahlabends (Ortszeit) an, die Ergebnisse der Kongresswahlen anzuerkennen. "Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden wahrscheinlich eine Lösung finden", sagte er.

Trump schiebt Verantwortung von sich

Trump wollte allerdings nichts mehr von seiner Wahlkampftaktik wissen. Auf seiner Plattform Truth Social schob er jede Mitverantwortung von sich: "Ich stand nicht auf dem Wahlzetteln."

Zwar hatte der PrÀsident schon in der ersten HÀlfte seiner Amtszeit viel mit Erlassen am Parlament vorbeiregiert. Trotzdem muss er jetzt mit erheblichem Widerstand aus beiden HÀusern des Kongresses leben.

Bislang hielten die Republikaner jeweils eine knappe Mehrheit im Senat und im ReprĂ€sentantenhaus. Das war fĂŒr Trump bei Gesetzesinitiativen gĂŒnstig.

Im Senat wurde bei den Zwischenwahlen ĂŒber 35 von 100 Sitzen abgestimmt. Alle Bundesstaaten stellen jeweils zwei Senatoren. Die Republikaner hielten bislang insgesamt 53 Sitze. Unter den 35 Mandaten, die in diesem Jahr zur Wahl standen, waren 22 Sitze bislang republikanisch.

Wie deutlich die Mehrheit fĂŒr die Demokraten im Senat ausfĂ€llt, war noch unklar. In einigen Bundesstaaten wurde noch ausgezĂ€hlt.

Mehr Macht fĂŒr die Demokraten

Die Demokraten bekommen durch die Mehrheit im Senat mehr Macht. Dort können sie jetzt zum Beispiel PersonalvorschlÀge Trumps zu Toppositionen abschmettern.

In der ersten HÀlfte seiner zweiten Amtszeit fiel das Parlament als Kontrollinstanz weitgehend aus. Mit den Mehrheiten im ReprÀsentantenhaus und im Senat können die Demokraten ab Januar, wenn das neu gewÀhlte Parlament erstmals zusammentritt, weitreichende Untersuchungen gegen den PrÀsidenten einleiten.

Die Demokraten haben schon lĂ€nger zahlreiche Themen im Visier: die geschĂ€ftlichen AktivitĂ€ten der Familie Trumps etwa, das teils tödliche Vorgehen von Beamten im Zuge der Razzien gegen Migranten oder Trumps umstrittene Renovierungs- und Bauprojekte in der Hauptstadt Washington. Die Demokraten können kĂŒnftig zudem bei Gesetzesvorhaben den Ton angeben - Trump hat allerdings ein Vetorecht.

Die Ergebnisse von Untersuchungen im US-Kongress könnten im Ă€ußersten Fall die Grundlage fĂŒr ein weiteres Amtsenthebungsverfahren ("Impeachment") gegen Trump bilden.

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