Übungstag in Rheinland-Pfalz: 180 Szenarien trainieren Krisenabläufe
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen des zweiten landesweiten Übungstages haben in Rheinland-Pfalz mehr als 3.500 Einsatzkräfte den Umgang mit komplexen Krisenszenarien geprobt.
Das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) in Koblenz koordinierte dabei über 180 Einzelübungen, an denen neben den Feuerwehren und verschiedenen Hilfsorganisationen auch das Technische Hilfswerk (THW), die Bundeswehr sowie diverse Fachbehörden beteiligt waren.
Im Zentrum der Übungen stand ein Unwetterszenario mit einer aus Frankreich heranziehenden Kaltfront, die Starkregen und Sturmböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde mit sich brachte.
Fokus auf Wetterextreme und infrastrukturelle Ausfälle
Innenminister Achim Schwickert zog eine positive Bilanz des großangelegten Übungstages. LfBK-Präsident René Schubert unterstrich die Notwendigkeit, das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure im gesamten Bundesland regelmäßig zu trainieren. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Stadt Trier, wo mehr als 150 Einsatzkräfte einen flächendeckenden Stromausfall infolge schwerer Unwetter simulierten.
In Trier wurde ab dem Vormittag zunächst ein Stromausfall auf der linken Moselseite und später im gesamten Stadtgebiet angenommen, wobei die Stromversorgung nicht real unterbrochen wurde. Getestet wurden 25 Notfall-Anlaufstellen in öffentlichen Gebäuden und Feuerwehrhäusern sowie ein Notfunkkonzept mit mobilen Sendemasten.
Zudem erprobten die Verantwortlichen die Verteilung von Kraftstoffen unter Krisenbedingungen. An der Übung waren unter anderem die Berufsfeuerwehr, elf Freiwillige Feuerwehren sowie DRK, ASB, DLRG und Malteser beteiligt.
Komplexe Rettungseinsätze in Tunnelanlagen und bei Massenunfällen
Parallel zu den Ereignissen in Rheinland-Pfalz fanden in weiteren Bundesländern umfangreiche Katastrophenschutzübungen statt. Im 2,6 Kilometer langen Falkenbergtunnel zwischen Laufach und Heigenbrücken wurde ein Brand in einem doppelstöckigen Zug simuliert.
In Rheinland-Pfalz haben über 3.500 Einsatzkräfte in mehr als 180 Einzelübungen einen flächendeckenden Stromausfall nach Unwetter simuliert — und dabei 25 Notfall-Anlaufstellen sowie ein Notfunkkonzept getestet. Was in Trier geprobt wurde, wird für jede Kommune zur Pflichtaufgabe. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Anlaufstellen prüfen, Ihr Notfunkkonzept aufbauen und die Kraftstoffverteilung im Krisenfall vorbereiten. Krisen-Leitfaden jetzt kostenlos anfordern
Rund 400 Einsatzkräfte und etwa 100 Statisten waren an dieser Vollübung beteiligt, bei der gasbetriebene Brandwannen und Pyrotechnik für eine realistische Verrauchung sorgten. Pressesprecher Fabien Kriegel bezeichnete die Alarmierung als reibungslos, sah jedoch noch Nachbesserungsbedarf bei der Führungsstruktur und den spezifischen Abläufen im Tunnel.
Auf dem Truppenübungsplatz Annaburg im Dreiländereck von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg wurde die 24-stündige Großübung „Schwebender Adler“ durchgeführt. Hier trainierten 300 Einsatzkräfte der medizinischen Task Forces den Umgang mit einem Massenanfall von Verletzten in einem fiktiven Bündnisfall. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig begleiteten die Übung, bei der stündlich rund 30 Verletzte versorgt werden mussten.
Vernetzte Krisenvorsorge und zivil-militärische Zusammenarbeit
In Hamburg endete eine dreitägige Übung unter dem Namen „Red Storm Charlie“. Mit über 1.700 Teilnehmern, darunter etwa 500 Soldaten der Bundeswehr, handelte es sich um eine signifikante Ausweitung gegenüber dem Vorjahr.
Das Szenario umfasste unter anderem die Abwehr von Drohnen, die Sicherung von Militärkonvois sowie den Aufbau eines Ersatzkrankenhauses in einer Tiefgarage. Oberstleutnant Bredtmann gab an, dass etwa 85 Prozent der erprobten Konzepte wie geplant funktionierten. Begleitet wurde die Übung von Protesten und Blockaden durch Aktivisten im Hafenbereich.
Bei der Tunnel-Vollübung im Falkenbergtunnel lief die Alarmierung reibungslos — Nachbesserungsbedarf gab es laut Pressesprecher jedoch bei der Führungsstruktur und den Abläufen im Tunnel. Genau dort entscheidet sich, ob Ihre Kommune im Ernstfall handlungsfähig bleibt. Dieser kostenlose Leitfaden liefert Ihnen die Checkliste für Notfall-Anlaufstellen, ein Notfunkkonzept als Rückfallebene und einen Ablaufplan für die Krisen-Kraftstoffverteilung. 3-Schritte-Notfallplan jetzt sichern
Weitere Spezialübungen fanden im niedersächsischen Landkreis Osnabrück auf einem Betriebsgelände in Achmer statt, wo Gefahrstoff-Szenarien und Dekontaminationsabläufe unter Einsatz von Chemikalienschutzanzügen geprobt wurden.
In Brandenburg simulierten Einsatzkräfte in Schwarzheide eine Amoklage an einem Schulcampus, um die Koordination zwischen Polizei und Rettungsdiensten bei einer hohen Anzahl betroffener Personen zu festigen. Der landesweite Übungstag in Rheinland-Pfalz soll künftig jährlich am letzten Samstag im September wiederholt werden, die nächste Durchführung ist für 2027 geplant.
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